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Wohnwagen Adria Aviva : Es kann ganz einfach sein

  • -Aktualisiert am

Der Jeep Cherokee zog. Bild: Schramm

Der Adria Aviva 522 PT ist ein Einsteigerwohnwagen für fünf Reisende. Für Luxus sorgt der Jeep Cherokee als Zugwagen.

          Der slowenische Hersteller Adria schwimmt wie die gesamte Caravaningbranche derzeit auf einer Erfolgswelle: „Wir haben goldene Zeiten“, schwärmt Geschäftsführer Günter Holona. So hat er beispielsweise im bisherigen Jahresverlauf fast doppelt so viele Wohnwagen verkauft wie im Vorjahreszeitraum. Dazu beigetragen hat die neue Einsteigerbaureihe Aviva, die mit Leichtbau, einfallsreichen Details, familienfreundlichen Grundrissen und günstigen Preisen aufwartet. Wir haben uns mit dem längsten der sieben angebotenen Modelle, dem Typ 522 PT, auf den Weg gemacht, einem Caravan für die größere Familie, was man ihm sofort ansieht: Drei Fenster übereinander können nur bedeuten, dass es hier drei Etagenbetten gibt.

          Der an den Seiten in Hammerschlagblech gekleidete Caravan mit Kunststoffbug und -heck ist sparsam dekoriert. Eein breiter Deichselkasten öffnet sich weit und zeigt an der Rückwand eingehängte Kästen für „Außenkram“ - eine gute Idee, die sofort überzeugt.

          Das Interieur zeigt, dass es sich um einen Einsteigerwagen handelt, aber auf die pfiffige Art. Da gibt es keine geschwungenen Möbelfronten, Schleiflack oder aufwendige Lichttechnik, alles ist geradlinig und einfach, aber nicht billig gestaltet. Farbliche Akzente setzen bunte, vielgestaltige Kissen, die an der Sitzgruppe auch anstelle von Armlehnen liegen, und vor allem die türkisfarben umrandeten Grifflöcher, durch die hindurch man die Schlösser von Schränken und Fächern erreicht und betätigt.

          Das haben wir auch noch nie gesehen und ist eins der Beispiele für den Pfiff. Die Dachschränke haben Schiebetüren, die bei starkem Bremsen nicht alle zu blieben. Offene Ablagen haben Gummischnüre als Rausfallschutz. Man merkt, dass Preis und Gewicht streng beachtet werden, aber es wurde meist an den richtigen Stellen gespart, nicht etwa an Dachlüftern, Steckdosen oder Lampen. Es ist alles vorhanden, was man braucht.

          Deichselkasten mit Boxen Bilderstrecke

          Das ist für eine größere Familie vor allem Platz. Drei Kinder kommen in den Etagenbetten unter, die Eltern auf dem 1,40 Meter breiten Doppelbett im Bug, dessen vordere Hälfte sich aufstellen lässt, um an den riesigen Stauraum darunter heranzukommen (auch von außen erreichbar), und wenn noch jemand mitfahren soll, kann man die Sitzgruppe umbauen, so dass maximal sieben Menschen übernachten können. Das sollte man aber nur im Sommer machen, wenn sich das Leben im Freien abspielt, sonst wird es eng. Auch an den Tisch würden nicht alle passen, gegessen wird daher am besten draußen. Aber für vier oder fünf reicht sogar der Stauraum. Im Heck gibt es nicht nur den großen Kleiderschrank über der Gasheizung, sondern neben dem Bad einen zweiten raumhohen Schrank, im dem jedes Kind ein Fach hat. Denn in den Stockbetten findet sich keine Ablage, aber je eine Leselampe und am mittleren eine Steckdose, heutzutage lebensnotwendig für die digitalen Spielzeuge, ohne die Camperkinder nicht in Urlaub fahren.

          Dass dieser Aviva ein Sommerwagen ist, sieht man zudem an der Heizung, die serienmäßig nicht mit einer Umluftanlage kombiniert ist. Das hat uns im Oktober, wo man selbst tagsüber heizen musste, überhaupt nicht gefallen. Nicht nur, dass es in den Abteilen der Kinder so heiß wurde, dass sie hier schwitzten, in der Sitzgruppe blieb es kalt, und zu allem Übel musste man Angst haben, dass es brandgefährlich wird, wenn nachts eine Decke rausgestrampelt wird und genau auf der Heizung landet. Auch der Vorhang, der ein Stück zu knapp ausfällt, um die Etagen zumindest optisch abzutrennen, hängt genau vor dem Ofen. Es half auch nicht, die Badtür zu öffnen, um den Hitzestau dorthin umzulenken, was durchaus wünschenswert gewesen wäre, denn dann stand die Tür genau vor dem Hitzespender. Das war alles nicht zielführend. Erhöhte Aufmerksamkeit für diese nach unserer Meinung undurchdacht plazierte Heizung gilt wohlgemerkt nur für die Fälle, wenn die laufen soll. Im Sommer ist das alles kein Thema.

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