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ADAC-Pannenstatistik : Mit leeren Batterien und geladenen Fahrern

  • -Aktualisiert am

Insgesamt 3,7 Millionen Einsätze zählte der ADAC im letzten Jahr Bild: dpa

Die mit Abstand häufigste Pannenursache im vergangenen Jahr? Das waren leere oder defekte Batterien. Dafür gibt es nach Meinung des ADAC einen Grund. Zudem hat der Verein einige Problemfälle ausgemacht.

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          Leere oder defekte Batterien waren auch im vergangenen Jahr wieder die mit Abstand häufigste Pannenursache, die von den Gelben Engeln des ADAC behoben werden musste. Mit einem Anteil von 41,8 Prozent standen sie an der Spitze der insgesamt 3,7 Millionen Einsätze, Tendenz: weiter steigend. Zur Rekordzahl von mehr als 1,57 Millionen kollabierten Stromspendern trugen auch – Ironie der Pannengeschichte – in steigendem Maß die Bordnetzbatterien von Elektroautos bei. Die Hilferufe von 3100 Elektroautofahrern nahmen 2019 um 65 Prozent zu, während der Fahrzeugbestand lediglich um 50 Prozent auf rund 83.000 Einheiten wuchs. Neben Batterieproblemen traten bei Elektroautos auffallend häufig Reifenpannen auf.

          Einen der Gründe für die vielen Batteriepannen sieht der Club im mittlerweile auf 9,5 Jahre angestiegenen Durchschnittsalter der Benziner und Diesel im Bestand, von denen offenbar nicht wenige noch mit ihrer ersten Batterie unterwegs waren. Am ersten Frosttag rächt sich dann der vernachlässigte Stromspender an allen, die blauäugig das Etikett „Wartungsfrei“ ernst genommen hatten.

          Auf Platz zwei der Pannenstatistik folgen mit 17,4 Prozent Probleme am Motor, zum Beispiel an Einspritzanlage, Zündung oder Sensorik, gefolgt von Defekten an Lenkung, Bremsen, Fahrwerk oder Antriebsstrang mit 15,5 Prozent. Zugenommen haben die Hilferufe wegen Reifenpannen, eine natürliche Folge des immer häufigeren Wegfalls von Ersatzrad und Wagenheber in Neufahrzeugen.

          Die Pannenstatistik enthält alle Modelle mit mindestens 10.000 Erstzulassungen im Zeitraum von 2010 bis 2017. Als überdurchschnittlich zuverlässig konnten sich Toyota Aygo, Mini, BMW X1, Audi A4 und BMW 5er-Reihe profilieren. Überproportional häufig sind unter den Pannenzwergen deutsche Fahrzeuge vertreten, zum Beispiel die Audi-Baureihen A1 bis A6 oder BMW-Modelle von der 1er- bis zur 5er-Reihe einschließlich X1. Unter den Importfabrikaten fallen Chevrolet Spark, Hyundai i10, Citroën C3, Fiat Panda und Honda Jazz positiv auf.

          Bei den Pannenriesen dominieren Fiat 500, Hyundai i20, Kia Ceed, Volkswagen Sharan und Mercedes-Benz E-Klasse die Einsatzstatistik der Gelben Engel. Zwei Modelle fallen als Dauerpatienten auf: einmal die E-Klasse von 2010 mit besonders häufigen Mängeln an Anlasser, Batterie, Lenkung, Zündschloss sowie Kühler- und Heizungsschläuchen und zum anderen der Kia Ceed mit Defekten an Anlasser, Batterie, Katalysator, Kraftstoffpumpe, Steuerkette oder Zündkerzen. Mit 70,5 Pannen je 1000 Fahrzeuge trägt der Kia Ceed aus dem Zulassungsjahr 2011 die rote Laterne unter den besonders pannenträchtigen Modellen.

          Als Problemfälle stuft der ADAC ferner die Smart-Typen Fortwo und Forfour, die Opel-Modelle Meriva, Insignia und Vivaro, die Ford-Typen C-Max, S-Max und Kuga, die Peugeot-Baureihen 206, 207 und 308 oder die Renault-Modelle Clio, Kangoo, Rapid, Scénic und Trafic ein.

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