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Infotainment im 7er BMW : Ein Bayer hört zu

Üppige Maße: der 7er BMW Bild: Hersteller

Er fährt nicht nur, der 7er BMW, er ist auch bestens vernetzt. Seine Spracherkennung ist erstklassig. Und man muss nicht über die Preise reden.

          4 Min.

          Den Durchblick angesichts einer erschöpfenden Fülle der Möglichkeiten und Optionen behalten: Das war im 7er BMW stets eine gewisse Herausforderung. Das Flaggschiff der Bayern fuhr 2001 mit dem ersten iDrive-System vor; von Anfang an wurde es kontrovers diskutiert. Es galt als benutzerunfreundlich und kompliziert. Nun haben wir das iDrive des aktuellen 7er BMW Modelljahr 2015 ausprobiert. Im Sommer wurde die Anlage leicht überarbeitet. Die vorab gestellte Frage, ob und wie man damit zurechtkommt, war schnell beantwortet: iDrive mitsamt ungezählter Connected-Drive-Services verzweigt sich zwar in den Tiefen des Systems zu einer atemraubenden Vielfalt der Angebote, aber solange man sich auf die wichtigen Dinge fokussiert, ist das neue iDrive verblüffend einfach zu bedienen.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Jedwede Angst nimmt einem die Spracherkennung. BMW nennt diese allein für den 7er verfügbare Technik „intelligenter Sprachassistent mit Offboard-Sprachverarbeitung“. Wie die umständliche Bezeichnung bereits andeutet: Die Erkennung der Sprache erfolgt nicht „fest verdrahtet“ im Fahrzeug, sondern auf Servern in der Cloud, so dass die Bandbreite individueller und situativer Variationen erheblich größer ist als bei konventionellen Systemen. Den Assistenten kann man rund ums Fahrzeug und Reisen so gut wie alles fragen, sogar „sind die Bremsbeläge o.k.“, „wann sind wir endlich da“, „wie weit ist es bis Köln“, „Helligkeit Head-up-Display einstellen“ oder „wie spät ist es in Marokko“. Die Genauigkeit, Präzision und Leistungsfähigkeit verblüffen. Drückt man die Spracherkennungstaste am Lenkrad etwas länger, startet übrigens Siri auf dem iPhone, sofern dies angebunden ist.

          Controller und Touchpad
          Controller und Touchpad : Bild: Hersteller

          Auch das Geschehen auf dem großen Hauptbildschirm mit einer Diagonale von 26 Zentimeter und 1440 × 540 Pixel bleibt stets übersichtlich. Die Darstellung lässt sich teilen, und der Monitor ist berührungsempfindlich. Die Bedienung erfolgt wie gehabt mit dem Controller und den umgebenden Tasten. Auch die Oberfläche des Drehstellers ist berührungsempfindlich, man kann darauf Buchstaben mit dem Finger malen. Die Inhalte im Hauptdisplay sind auf großen Kacheln angeordnet, das macht die Orientierung leicht. Radio und Medien, Kommunikation, Navigation, Connected Drive und die Fahrzeugeinstellungen sowie ein üppiges Hilfemenü sind flink erreichbar. Die Menüs lassen sich individuell anpassen, und wer alle einmal aufgerufen hat, stellt fest, dass etliche doppelt vorhanden sind, man kommt also auf verschiedenen Wegen zum Ziel.

          Connected Drive mit Dutzenden Apps läuft über einen eigenen Store, gegebenenfalls benötigt man Nutzernamen und Kennwort. In unserem Fahrzeug war die wohl unvermeidliche Wetter-App aufgespielt, ferner entdeckten wir Nachrichten, eine Online-Suche, Apps für die Parkplatzsuche, Restaurantempfehlungen und vieles mehr. Apps werden online geladen, und die Idee besteht wohl darin, dass der BMW-Fahrer der Zukunft alles Erdenkliche nachkauft oder dauerhaft abonniert. Ein Blick in den Store zeigt zum Beispiel als kostenpflichtige Optionen ein Fahrtenbuch, Microsoft Exchange, die dreidimensionale Landkartendarstellung, das USB-Karten-Update oder ein Musik-Abonnement. Wenn das Elektroauto dereinst kein Öl mehr braucht, finanzieren sich die Autohersteller über Infotainmentdienste, Apps und Unterhaltung.

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