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5er BMW : Bitte mehr Bit in der Kommunikationszentrale

iDrive und großer Monitor im neuen 5er BMW Bild: Spehr

Die Betriebsanleitung des neuen 5er-BMW zeigt es auf einen Blick: Fahrerassistenzsysteme, Navigation, Entertainment, Kommunikation und Telefonie dominieren. Ein Blick auf Bits und Bytes in der gehobenen Mittelklasse.

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          Als BMW vor zwei Jahren das modernisierte 7er-Modell vorstellte, zog auch ein rundum verbessertes iDrive-System für Kommunikation, Routenführung und Unterhaltung in die bayrische Oberklasse ein. Mit dem jetzt neuen 5er-BMW, der seit Januar im Handel ist, gibt es für die Freunde der Marke eine verflixt gute Nachricht: Auch in der oberen Mittelklasse lässt sich jetzt aus dem Vollen schöpfen - vorausgesetzt, man hat eine Flatrate für die Ausstattung mit Sonderzubehör, denn die Liste der Möglichkeiten und Optionen ist geradezu erschlagend.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Was uns im zweiwöchigen Fahrbetrieb am besten gefiel, war das Head-up-Display (1390 Euro). Es projiziert Informationen in die Frontscheibe: ein virtuelles Bild wird mit der realen Sicht nach draußen überlagert. Um die Inhalte zu erfassen, muss man nicht den Blick von der Fahrbahn abwenden, sondern sieht diese unaufdringlich und dezent mit der gewohnten Fokussierung des Auges auf Fernsicht. Ein Navigationspfeil erscheint etwa so, als schwebte er durchsichtig über der Straße. Der immense Vorteil des Head-up-Displays ist also die minimale Ablenkung vom Verkehrsgeschehen, und die mehrfarbige Darstellung mitsamt raffinierter Piktogramme für die Navigation, Fahrspurassistenten, die Spurverlassens-Warnung und die Einstellungen der aktiven Geschwindigkeitsregelung ist ein klarer Pluspunkt. Ferner werden Geschwindigkeitsbeschränkungen mit einer Kamera erfasst und ebenfalls eingeblendet. Diese Tempolimit-Erkennung (320 Euro) funktioniert zwar, wie bei allen Herstellern, nicht immer einwandfrei, ist aber eine große Hilfe für den Vielfahrer.

          Das neue iDrive im 5er-BMW ist wie beim großen Bruder eine Abkehr vom zentralistischen System der Einknopf-Bedienung mit strenger Menüstruktur und bietet nun einen Pluralismus der Bedienmöglichkeiten und unterschiedlicher Wege zum Ziel. Die neue Offenheit zeigt sich in vielerlei Hinsicht: Der deutlich verkleinerte Controller ist umgeben von einzelnen Tasten, die unmittelbar in die Funktionsbereiche CD, Radio, Navigation und Telefon führen. Mit weiteren Tasten geht man einen Schritt zurück, springt direkt ins Hauptmenü oder ruft zugehörige Optionen auf.

          Der Messeturm in Frankfurt auf dem schicken Navi

          Sie versteht so gut wie alles

          Die wichtigsten Einstellungen für Klima und Belüftung werden wieder ganz konventionell mit Schaltern in der Mittelkonsole vorgenommen, und die Bewegungsrichtungen des Controllers wurden reduziert. Weiterhin lassen sich acht Favoritentasten frei programmieren, etwa mit dem Lieblingssender des Radios, der Büroanschrift für die Navigation oder einer Telefonnummer. Dazu kommt eine nahezu perfekte Sprachbedienung, die sich in allen Situationen und Programm-Modulen als rettender Helfer bewährt, wenn man mal nicht weiterweiß. Sie versteht so gut wie alles, auch Straße und Ort bei der Zieleingabe der Navigation, und nervt im Unterschied zu anderen Systemen nicht mit geschwätziger Schulmeisterei. Für 410 Euro ein sehr empfehlenswertes Extra.

          Das Leben mit dem von uns erprobten „Professional“-System (3800 Euro, mit Handyvorbereitung) spielt sich auf mehreren Ebenen ab: Die Flüssigkristallanzeige in der Mittelkonsole hat die atemraubende Diagonale von 26 Zentimeter und löst mit 1280×480 Pixel auf, das ist spektakulär, insbesondere wenn auf dem Navi-Bildschirm in dreidimensionaler Darstellung sogar Höhenprofile oder fotorealistische Abbildungen von Sehenswürdigkeiten erscheinen. Die Anzeige auf dem Bildschirm lässt sich teilen, um beispielsweise neben der aktiven Routenführung zusätzlich Details des laufenden Unterhaltungsprogramms abzulesen. Das Manövrieren auf dem Bildschirm mit dem Controller ist einfacher geworden, man bewegt quasi einzelne Menü-Arbeitsflächen in der Horizontalen. Das zweite Anzeigefeld sind die Hauptinstrumente im Cockpit rund um Tachometer und Drehzahlmesser, die auf einem Black-Panel-Display mit homogener schwarzer Fläche erscheinen. Welche Details dann sichtbar sind, etwa Daten des Bordcomputers, kann man in gewissen Grenzen selbst programmieren.

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