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50 Jahre Alpina : Die kultivierte Kraft aus dem Allgäu

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Andere Aktivitäten treten in den Vordergrund. 1978, die Firma residiert nun bereits acht Jahre in Buchloe, werden mit dem BMW Alpina B6 2,8 (BMW 3er-Reihe), dem B7-Turbo (BMW 5er-Reihe) und dem B7 Turbo Coupé (BMW 6er-Reihe) gleich drei Eigenentwicklungen für den Straßenverkehr vorgestellt. Besonders die beiden B7 Turbos haben es in sich, ihre 3-Liter-Sechszylinder mit Abgas-Turbo-Lader der Firma KKK, Ladeluftkühlung und vollelektronischer Zündung leisten 300 PS (220 kW), sind über 250 km/h schnell - und benehmen sich mit ihren fast schon sanft einsetzenden Turboladern erstaunlich zivil. Chefingenieur Fritz Indra hat ganze Arbeit geleistet.

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Aber Alpina kann auch anders. Spätestens seit der sogenannten Ölkrise von 1973 werden in Buchloe „sparsame und gleichzeitig leistungsstarke Normalbenzin-Motoren“ entwickelt, wie die Firma stolz betont. 1983 erkennt das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg Alpina offiziell als Automobilhersteller an, 1989 erscheint der erste Bi-Turbo, zehn Jahre später der erste Diesel. Schicke 20-Speichen-Felgen sowie gegen Aufpreis erhältliche Lackierungen in Alpina-Blau oder Alpina-Grün gehören längst zum Profil der Automobile aus dem Ostallgäu, die jetzt deutlich dezenter auftreten als in den anfänglichen Sturm-und-Drang-Jahren. Auch die Produktionsabläufe haben sich verändert. Entstanden früher die Motoren bei Alpina selbst, werden Dinge wie Kolben und Kühler, Automatikgetriebe, Instrumente oder Felgen inzwischen direkt an BMW geliefert und dort verbaut. Lackiert und fahrbereit, rollen die Autos vom BMW-Band anschließend direkt zu Alpina, wo sie mit Aerodynamik-Paketen und hochwertigen Innenausstattungen verfeinert werden.

Nach bewährter Alpina-Philosophie werden souveräne, schnelle und dabei sparsame Fahrzeuge mit hohem Langstreckenkomfort in Buchloe komponiert - passgenau zugeschnitten auf Menschen, denen ein serienmäßiger BMW zu „serienmäßig“ und ein messerscharfes BMW M-Modell zu böse ist. So bietet Alpina anspruchsvollen Kunden ein üppiges Angebot, das sich in sechs (durch die Ziffer in der Typbezeichnung erkennbare) Baureihen gliedert. Die Palette der Fahrzeuge mit Benzinmotor erstreckt sich vom B3 bis zum B7, Selbstzünder befeuern die Baureihen D3, D4, D5 und, seit Frühjahr 2013, den XD3 Bi-Turbo, ein 250 km/h schnelles SUV. Als Sahnehäubchen obendrauf fährt zum Firmenjubiläum die auf je 50 Exemplare limitierte Edition 50 vor, die dem B5 Bi-Turbo sowie dem B6 Bi-Turbo besonderen Glanz verleiht.

Dass Modelle mit Dieselmotoren heute die Hälfte aller Bestellungen ausmachen, hätte vor zehn Jahren wohl niemand erwartet. Wie sieht es mit alternativen Antriebskonzepten aus? „Das ist kein aktuelles Thema“, so Andreas Bovensiepen, der seit einigen Jahren gemeinsam mit Vater Burkard und Bruder Florian das Familienunternehmen leitet. Sie wissen offenbar genau, was sie tun bei Alpina: Die gut 200 Mitarbeiter haben 2014 rund 1700 Autos gefertigt, einen Umsatz von 90 Millionen Euro erwirtschaftet und damit für zwei Bestmarken in der Firmengeschichte gesorgt.

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