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50 Jahre zurück : Als sich Männer in ihre Maschinen verliebten

  • -Aktualisiert am

Ein Porsche für 16250 Mark

Ebenfalls im April betritt ein neuer Porsche die Szene. 912 heißt er. Einfacher ausgestattet als der Elfer und mit dem Vierzylinder-Motor (1,6 Liter Hubraum, 90 PS) aus dem 356 C bestückt, soll er mit seinem Preis trumpfen: Bei 16250 Mark geht es los. Das sind mehr als 5000 Mark weniger als für den 911. Damals hatte der 130 PS aus zwei Liter Hubraum! Im April endet zudem endgültig die Produktion des 911er-Vorgängers 356.

Der „R4“ wird offiziell in „Renault 4“ umgetauft. Die konsequenten Verbesserungen im Detail setzen sich fort: Alle Renault-4-Modelle erhalten neue Hauptbremszylinder, die kürzere Bremswege und eine höhere Standfestigkeit der Bremsen versprechen.

Der Fiat 500 aus Italien erhält nach Änderungen und Ergänzungen die neue Bezeichnung 500 F. Wichtigste Neuerung sind die nun vorn angeschlagenen Türen. Derweil verhilft Steyr-Puch, der österreichische Fiat-Importeur, dem 500 mittels eines 650 Kubikzentimeter großen, luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotors aus eigener Produktion zu wettbewerbsfähigen Fahrleistungen. Mit serienmäßig 20 PS fährt es sich schon wesentlich flotter als mit den 15 PS des italienischen Onkels.

Opel Diplomat als Coupé-Version

In der vor allem bei Rallyes populären Viertelliter-Klasse jedoch staubt der Steyr-Puch 650TR Sieg um Sieg ab. Im Gruppe-2-Auto leistet der auf 660 Kubikzentimeter vergrößerte Motor - offiziell - bis 45 PS. Der Pole Sobieslaw Zasada schafft es mit dieser kleinen Austria-Rakete bis zum Titel des Rallye-Europameisters. Zasada gewinnt unter anderem die Rallye Polen und sogar bei der Rallye Monte Carlo 1965 den Klassensieg, wie schon 1964 der Österreicher Walter Roser.

Der Opel Diplomat bekommt sozusagen als Testballon im Frühjahr 1965 sogar eine Coupé-Version als Image-Unterstützung. Doch Karosseriespezialist Karmann aus Osnabrück baut wegen der geringen Nachfrage in zwei Jahren nur 350 Einheiten der langen Zweitürer mit 4,6-Liter-Triebwerk und 190 PS.

Mitte Mai beendet Werder Bremen sensationell die zweite Bundesliga-Saison als Deutscher Meister. Die Abwehr um Torwart Bernard und Eisenfuß Horst Höttges ist der Garant dafür, Werder kassiert nur 29 Gegentore. An der Qualifikationsrunde zum Aufstieg in die Bundesliga nimmt Bayern München teil – der Beginn einer langen Erfolgsgeschichte.

1965 kamen die Japaner nach Deutschland

Ende Juni wird auf der Strecke München–Augsburg im deutschen Eisenbahnbetrieb erstmals im regulären Betrieb schneller als Tempo 200 km/h gefahren. Der Mont-Blanc-Tunnel, mit einer Länge von 11,6 Kilometer 1965 der längste Straßentunnel der Welt, wird einen knappen Monat später eröffnet. In Le Mans beim 24-Stunden-Rennen fährt zum letzten Mal ein Rennwagen mit Gasturbine mit. Graham Hill und Jackie Stewart erreichen immerhin den zehnten Platz, und sie verfeuern nur noch 20,8 Liter auf 100 Kilometer und nicht 40, wie in den Jahren zuvor. Doch wie auch Fiat stellt Rover die Versuche mit Gasturbinenautos bald ein.

Bundeskanzler Ludwig Erhard eröffnet im September die 42. Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt. Erstmals stellt ein japanisches Unternehmen – Honda – auf einer IAA aus. Der S 600 ist ein winziges Auto, die europäische Verkaufpremiere des „spritzigen Japaners“ (so die F.A.Z.) war schon im Juli in der Schweiz.

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