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100 Jahre Citroën : Enten, Gangster, Göttinnen

Im Zentrum aller Sehnsüchte von damals und morgen: die DS Bild: Hersteller

Citroën wird an diesem Dienstag 100 Jahre alt und hat der Automobilgeschichte viele außergewöhnliche Fahrzeuge geschenkt. Die Reise begann mit dem Typ A 10 HP in Paris.

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          André Citroën ist der Mann hinter der großen Automobilmarke. Geboren 1878 in Paris mit belgischen und polnischen Vorfahren, hatte er es in jungen Jahren mit Zahnrädern und später mit der Produktion von Kriegsgerät zu Wohlstand gebracht, und auch er hatte wie viele andere Fabrikanten seiner Zeit das Gespür dafür, dass aus dem Auto einmal etwas Großes werden würde. Der Typ A 10 HP, den er heute vor 100 Jahren auf den Pariser Champs-Elysées vorgestellt hat, kostete 7950 Franc, was relativ günstig war, und der Kunde bekam ein zwar kleines, nur 3,40 Meter langes, aber modernes Auto mit elektrischem Anlasser und elektrischer Beleuchtung. Der Motor hatte 1,3 Liter Hubraum und leistete 18 PS. Das reichte für eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h. André Citroën hatte ein günstiges Fahrzeug mit geringen Unterhaltungskosten als Ziel, dazu gehörte eine schlanke Produktion in Großserie, hier hielt sich Citroën, der die École polytechnique, eine der französischen Eliteschulen, besucht hatte und im Ersten Weltkrieg zunächst technischer Offizier war, ganz an das Vorbild Henry Ford, dessen Fließbandproduktion er 1912 studiert hatte. Damals noch als Angestellter der heute vergessenen Automarke Mors.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Citroën war ein Visionär und seiner Zeit weit voraus. Er sorgte noch in den 1920er Jahren für Austausch-Ersatzteile, feste Reparaturpreise, Leasing- und Leihwagen, er gab seinen Angestellten ein dreizehntes Monatsgehalt, Krankenversicherung und eine Pension und Kunden ein Jahr Garantie. Doch nicht nur das Drumherum war ihm wichtig, seine Autos entwickelte er stetig weiter.

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