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Tech-Talk : Monopole brechen

  • -Aktualisiert am

Angesichts der Milliardenstrafe für Google darf man daran erinnern, wie die Smartphone-Welt vor der Monopolisierung aussah. Es gab Dutzende von Herstellern und ebenso viele Betriebssysteme.

          Angesichts der Milliardenstrafe für Google darf man daran erinnern, wie die Smartphone-Welt vor der Monopolisierung aussah. Es gab Dutzende von Herstellern und ebenso viele Betriebssysteme. Legendär war nicht nur ein Communicator genanntes Gerät von Nokia, sondern auch ein Ericsson R380, dessen riesiger Bildschirm sich unter einer Klappe versteckte. Lange vor Android und Apples iOS gab es Smartphones von Sharp, IBM, Alcatel, Blackberry, Palm und natürlich Siemens. Die Welt war bunt und vielfältig, man staunte über pfiffige Ideen, jeder hatte eine Chance.

          Heute gleichen sich die Android-Smartphones wie ein Ei dem anderen. Die Hersteller haben in der Google-Monopolwelt kaum noch Möglichkeiten, sich zu profilieren und ein erkennbar eigenständiges Produkt anzubieten. Die EU-Strafe gegen Google bringt indes die Vielfalt der Vergangenheit nicht mehr zurück. Wettbewerbswidriges Verhalten muss früh gestoppt werden. Bei Google ist es zu spät, auch was sein Suchmaschinenmonopol betrifft. Das Internet und der Mobilfunk konnten sich übrigens erst entwickeln, als die Monopole der alten Telefongesellschaften in den 80er Jahren zerschlagen wurden. Nur wenn man Monopole hart anfasst, gibt es Platz für neue Ideen und Fortschritt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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