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Frank-Holger Appel (hap.)

Tech-Talk : Mehr Zuversicht

  • -Aktualisiert am

Was müssen Freunde liberaler Entscheidungsfindung nicht alles ertragen. Der Diesel ist des Teufels. Das SUV ist eine Plage. Der Benziner ist leider auch nichts. Doch die Verbotsfetischisten haben nächstes Jahr ein Problem.

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          Was müssen Freunde liberaler Entscheidungsfindung nicht alles ertragen. Der Diesel ist des Teufels. Das SUV ist eine Plage, und dass es sich überall auf der Welt ständig steigender Beliebtheit erfreut, ist plötzlich sogar manch gestandenem Wirtschaftler suspekt. Der Benziner ist leider auch nichts, weil er relativ viel verbraucht. Elektroautos wären wohl eine schöne Lösung, wären die nicht so beschränkt nutzbar, der Strom teuer und arg oft aus Kohle produziert.

          Nur noch Fahrrad fahren wäre vielleicht was, oder wenigstens Bahn. Die soll dank verminderter Mehrwertsteuer attraktiver, das Fliegen zugleich über zusätzliche Steuern vermiest werden – je weiter, desto teurer. Wer noch keine Flugscham hat, soll wenigstens zahlen für seine ungehemmte Reiselust, doch wie der ICE nach New York kommt, kann selbst Finanzminister Scholz nicht so richtig erklären.

          Nun trägt es sich für alle Verbotsfetischisten misslicherweise zu, dass vom nächsten Jahr an zumindest für das Kraftfahrzeug eine Obergrenze an CO2-Ausstoß greift. 95 Gramm je Kilometer gelten im Grundsatz und für die Flotte eines Herstellers, ganz gleich, wie der sie erreicht. Fordern die Menschen SUVs, die im Übrigen die mehr Verkehrsfläche benötigenden Minivans verdrängt haben, muss der Autohersteller eben sehen, wie er deren Verbrauch senkt.

          Falls das nicht klappt, drohen saftige Strafen. Deshalb wird es klappen. Schon ist zu hören, im Jahr 2020 werde es eine Renaissance der Limousine geben, weil die bei ähnlichem Komfort weniger konsumiere. Womöglich sogar eine Renaissance des Diesels, weil der bauartbedingt zwanzig Prozent weniger CO2 ausstößt.

          Womöglich werden die teuren Elektroautos quersubventioniert, weil nur verkaufte Wagen zählen. Das ist alles eine rechte Herausforderung und zugleich eine schöne Aufgabe für freiheitsliebende Köpfe. Die Leitplanken stehen längst. Lassen wir die Unternehmer doch mal machen.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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