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Macbook Pro mit Retina-Display : Arbeitsmaschine für Foto und Video

Wie beim Retina-Display des iPad 3 muss man also auf Updates warten, bis sich jede Software im schicken neuen Kleid zeigt Bild: Hersteller

Das von Apple so genannte Retina-Display mit einer Auflösung von 2880×1800 Pixel auf einer Diagonalen von 40 Zentimetern ist eine Sensation. Allerdings gibt es für das neue Macbook Pro auch zwei Minuspunkte.

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          Nein, der Neid schlägt einem nicht unmittelbar entgegen. Am Montag vergangener Woche wurde das neue „Macbook Pro mit Retina Display“ von Apple angekündigt, am Donnerstag stand er bei uns auf dem Schreibtisch. Erste Auspack-Fotos im Internet führten zwar zu einem gewissen Raunen, aber die Reaktion im Kollegenkreis blieb verhalten: „Der ist ja groß.“ Und dann die Apple-Hasser auf Google Plus: Die Speicherbausteine des Macbook seien verlötet, der Akku nicht mit Schrauben befestigt, sondern geklebt, und das SSD-Laufwerk habe eine proprietäre Schnittstelle, sei also nicht ohne Weiteres austauschbar. Das alles hatten die Weltmeister im Auseinanderbauen von Ifixit.com herausgefunden und dem Gerät attestiert, dass es nur sehr schwer zu reparieren sei. Wer Apple nicht mag, findet wie immer seine Vorurteile bestätigt und kann sich jetzt zufrieden an sein Windows- oder Linux-Notebook zurückziehen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Aber so einfach machen wir es uns nicht. Denn das von Apple so genannte Retina-Display mit einer Auflösung von 2880×1800 Pixel auf einer Diagonale von 40 Zentimetern (15,4 Zoll) ist eine Sensation, kein anderes Notebook kann hier mithalten. Man erhält die vierfache Pixelzahl, die Punktdichte beträgt 220 dpi, und wie beim iPhone 4/4S oder iPad 3 kann das Auge im typischen Betrachtungsabstand keine Pixel unterscheiden. Dazu kommen die scharfe, klare Darstellung von Schrift von Bild, die brillante Farbwiedergabe und der weite Betrachtungwinkel von fast 180 Grad: Eine einzige Diashow auf diesem Macbook kann süchtig machen. Wer mit Fotos oder Videos arbeitet, will dieses Gerät haben, und zwar um jeden Preis.

          Allerdings ist es nur noch 1,8 Zentimeter dick, wirkt damit schlanker denn je und ist zudem leichter geworden (zwei Kilogramm)

          Zwei Minuspunkte jedoch: Das Display ist nicht matt, sondern spiegelt, und bei allen Mac-Programmen, die noch nicht an das Retina-Display angepasst sind, erscheinen die automatisch hochskalierten Buchstaben deutlich ausgefranst. Auf einem gewöhnlichen Monitor scheint der Unterschied nicht groß zu sein, aber auf dem Macbook ist er sofort und störend sichtbar. Wie beim Retina-Display des iPad 3 muss man also auf Updates warten, bis sich jede Software im schicken neuen Kleid zeigt.

          Das iPhone 4/4S und das iPad 3 mit Retina-Display zeigen die Schrift in gewohnter Größe, aber schärfer. Die auf den Kleingeräten fehlende Skalierung ist jedoch beim Macbook vorgesehen. In der Standardeinstellung entspricht die Darstellung von Inhalten, Menüs und Schriften ungefähr einer konventionellen Auflösung von 1400×900 Pixel. Nur schärfer. Mit wenigen Mausklicks lassen sich ohne Rechner-Neustart vier weitere Modi aktivieren, die von 1024×640 bis 1920×1200 Pixel reichen. In dieser letzten Stufe ist die Schrift natürlich arg klein, aber man hat einen guten Überblick bei opulenten Tabellen.

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