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Lumix-G-System : Mehr als eine Taschenkamera

  • -Aktualisiert am

Zweimal mit System kompakt: Die Lumix GX1 neben der GF3 Bild: Pardey

Ein Vergleich zweier Panasonic-Kameras aus dem Lumix-G-System. Die GX1 punktet durch die Bedienung. Am Ende siegt der unmittelbare Zugang zu den Funktionen der Kameras - soll sich die Jackentasche ruhig ein bisschen beulen.

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          Wenn es um das Besetzen von Nischen in der Nische geht, dann macht Panasonic mit seinen Lumix-Kameras anderen etwas vor. So ist es auch beim Thema Kompaktkamera mit Wechselobjektiven. Man hat die Qual der Wahl zwischen der GX1, um die es hier hauptsächlich geht, und der GF5, die der hier zum Vergleich herangezogenen GF3 gefolgt ist. An beiden Kameras kam zum Einsatz das GX Vario PZ 1:3,5-5,6/ 14-42mm ASPH (Objektivlistenpreis rund 430 Euro) als fast in die Pancake-Klasse gehörendes Standard-Zoom von überzeugender Leistung. Trennt man den Neun-Linser mit den Nano-vergüteten Oberflächen vom Gehäuse, dann hat die GX1 genauso wie die GF sogar in einer flachen Jackentasche Platz genug. Objektiv und Gehäuse haben in etwa die gleiche Tiefe von rund vier Zentimeter. Von den 420 betriebsbereiten Gramm entfallen rund 100 aufs Objektiv, die übrigen auf das GX-Gehäuse.

          Dass die GX1 (Listenpreis des Gehäuses rund 600 Euro) eine andere Zielgruppe ansprechen soll als die GF, die mit einem gerundetem Listenpreis von 450 Euro zudem günstiger ist, erkennt der erste Blick. Alles, was sich an der GF wählen und bedienen lässt, wurde dem unmittelbaren Zugriff verborgen. Es wäre ja auch an dem niedrigeren Gehäuse mit dem Buckelchen über dem Bajonett auch kein Platz gewesen für die Knöpfe, Tasten und das Drehrad der GX1. Damit demonstriert sie unmissverständlich, dass sie als Kamera für den ambitionierten Fotofreund gemeint ist, der gern selbst Einstellungen vornimmt und nicht alles der Kameraelektronik überlassen möchte.

          Freilich ist die GX1 insoweit eine Lumix, dass es auch bei ihr das iA-Knöpfchen gibt, das so ohne Umweg in den Rundum-sorglos-Modus schaltet wie der rote Videoknopf daneben zur Full- HD-Aufnahme (1920 × 1080 Bildpunkte, AVCHD/MP4) mit kontinuierlichem Autofokus und Stereoton. Kompaktheit hin, Kompaktheit her, mit einem Dreh am Rädchen der Moduswahl zur gewünschten Betriebsart zu wechseln, beispielsweise einer der zwei selbst konfigurierten, das ist nur einer der Punkte, wodurch das vielleicht komplizierter aussehende, tatsächlich aber eher einfachere Bedienkonzept der GX1 gefällt.

          Der Four-Thirds-Sensor (Live MOS) liefert in der GX1 16 Megapixel große Bilder; in den GF-Modellen sind es zwölf Megapixel. Dieses Mehr-oder-weniger erscheint als so ziemlich das letzte Kriterium, sich für die eine oder andere Kamera zu entscheiden, und die Möglichkeit von Raw-Aufnahmen ist in dieser Kameraklasse Standard. Weil bei ISO 1600 eh am besten Schluss gemacht wird, erscheint wesentlicher als die bis ISO 12 800 hinauf zu setzende Empfindlichkeit der GX1, dass man ihr nicht nur einen externen Blitz, sondern vor allem auch einen elektronischen Sucher ansetzen kann. Das ist in vielen Situationen ein klarer Vorteil, so brillant das berührungsempfindliche 3-Zoll-Display - unter anderem auch mit einer elektronischen Wasserwaage - sein mag.

          Je länger man die sich in vielen Punkten ähnelnden Kameras nebeneinander her benutzt, desto mehr punktet die GX1 durch die Bedienung, desto mehr schmilzt der Vorzug der GF dahin, in allen drei Dimensionen um weniges kleiner zu sein. Am Ende siegt der unmittelbare Zugang zu den Funktionen - soll sich die Jackentasche ruhig ein bisschen beulen.

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