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Super Constellation : Connies Neuer ist flügge

  • -Aktualisiert am

Luft-Hoheit am Boden: Abends nach dem Training wird die viermotorige Super Constellation, alter Adel des Flugwesens, von Mechanikern überprüft. Bild: Schelling

Die Super Constellation absolviert letzte Trainingsflüge vor Saisonbeginn. An Bord des Oldtimers: ein neuer Pilot. Der muss eine spezielle Prüfung bestehen.

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          Am verschlafenen Flugplatz Dole im französischen Jura drehen normalerweise kleine Cessna oder Piper ihre Platzrunden. Für die Anrainer ist das ein gewohnter Anblick. Dass an den ersten Maitagen aber ständig ein Oldtimer von der Größe einer Boeing startet und landet, ist verblüffend. Es gibt einen Grund für dieses außergewöhnliche Prozedere. Eine Lockheed L-1049 Super Constellation aus der Schweiz absolviert hier mit ihren Crews die ersten Trainingsflüge vor Beginn der Flugsaison. Dass die Anwohner von Dole so ein ziemlich einzigartiges Spektakel erleben, wird den meisten gar nicht bewusst sein. Denn von der viermotorigen Super Constellation gibt es auf der Welt nur noch zwei fliegende Exemplare. Wer die andere Maschine erleben will, muss nach Australien reisen.

          Auch der Kreis ihrer Piloten ist exklusiv. Derzeit dürfen vier schweizerische Flugkapitäne und ein Kopilot die aus Basel stammende Connie, so nennen alle die Super Constellation, fliegen. Zwei weitere Piloten der Deutschen Lufthansa absolvieren ebenfalls in Dole auf dem Klassiker ihre Checkflüge, da die Lufthansa Berlin Stiftung eine eigene Super Constellation restauriert. Zudem sind drei eidgenössische Bordmechaniker auf der Maschine zertifiziert, die ebenfalls auf diesen Flügen trainieren und von denen immer einer mit im Cockpit sitzt.

          5000 Stunden Flugerfahrung sind Voraussetzung

          Um die 1955 gebaute Connie steuern zu dürfen, ist zwar fliegerische Routine Grundvoraussetzung. Ein Kandidat fürs Cockpit muss aber auch Erfahrung mit Kolbenmotor-Flugzeugen haben, um mit den sensiblen Sternmotoren richtig umgehen zu können. In dieser Saison kommt ein neuer Pilot an Bord. Hans Breitenmoser fliegt im Alltag als Flugkapitän einen Airbus A340, gespickt mit modernen Autopiloten, Kollisionswarngeräten und Computern. Allerdings ist der Schweizer ebenso seit vielen Jahren als Pilot mit den Oldtimern Douglas DC-3 und Junkers Ju 52 vertraut. Das hilft bei der Umstellung auf die Connie. Die Super Constellation Flyers Association (SCFA) als Halter der Maschine verlangt zwar keine ausdrückliche Mindestflugstundenzahl von ihren Piloten. Allerdings besteht die Versicherung darauf, dass angehende Connie-Piloten mindestens 5000 Stunden Flugerfahrung aufweisen können, bevor sie die Maschine fliegen dürfen.

          Breitenmoser absolviert beim Training in Dole unter Aufsicht von Super-Connie-Kapitän und Fluglehrer Francisco Agullo zahlreiche Starts und Landungen als Einweisung auf die Maschine. Zuvor hat er eine umfangreiche theoretische Unterrichtung über die hydraulischen, elektrischen und mechanischen Systeme erhalten sowie einen Überblick über die Notverfahren. Dass der Neue sich zuvor im Selbststudium mit dem Pilotenhandbuch für die Maschine beschäftigt hat, wird ohnehin vorausgesetzt. Außerdem ist im Connie-Cockpit neben den beiden Piloten immer auch ein Bordmechaniker für das Bedienen und Überwachen der Triebwerke dabei. Deshalb wird die Kommunikation zwischen dem neuem Crewmitglied und dem Flight Engineer geübt.

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