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Super Constellation : Connies Neuer ist flügge

  • -Aktualisiert am

Ein Paradies für Liebhaber klassischer Aviatik

Das neue Crewmitglied Breitenmoser ist in Dole rund zehn Stunden mit der Connie in der Luft, seinen erfahrenen Kollegen reichen eineinhalb Flugstunden und vier oder fünf Landungen, um wieder vertraut mit der Maschine zu sein. Ein ziemlich wichtiges Kriterium für die bestehende Crew bei der Auswahl eines zukünftigen Kollegen ist auch, dass der Neue ins Team passt. Angesichts der lockeren, gleichwohl professionellen Stimmung im Cockpit erfüllt Breitenmoser auch dieses Kriterium. Der erfolgreich absolvierte Checkflug nach Abschluss des mehrtägigen Trainings macht ihn dann auch ganz offiziell zum Connie-Piloten.

Insgesamt ist die Maschine bei der Trainingswoche Anfang Mai rund 15 Stunden in der Luft und absolviert zahlreiche Landungen. Einiges ist zwar auch dem Fliegen modernerer Maschinen vergleichbar. So verfügt die Connie ebenso über Landeklappen und ein Einziehfahrwerk, gesteuert wird mit einem bis heute üblichen Steuerhorn. Allerdings hatten die Lockheed-Ingenieure bei der Entwicklung der Constellation in den frühen vierziger Jahren noch keinen allzu großen Wert auf Ergonomie für die Crew gelegt. Das Cockpit ist vollgestopft mit Hunderten Anzeigen, Schaltern, Hebeln, Knöpfen. Es ist eng, laut, archaisch. Damit ist dieser Arbeitsplatz ein Paradies für Liebhaber klassischer Aviatik.

Zeitreise in die fünfziger Jahre

Mit derzeit fünf Piloten sei die optimale Crewgröße erreicht, sagt Frei. Denn die Connie fliegt in der Saison lediglich etwa 60 bis 80 Stunden. Wären mehr Piloten an Bord, käme zu wenig Zeit für jeden heraus, um in Übung zu bleiben. Auch die drei Schweizer Bordmechaniker reichen aus, um den Flugbetrieb die Saison über sicherzustellen. Wenn die Lufthansa Berlin Stiftung in Zukunft ihre derzeit in den Vereinigten Staten restaurierte Super Constellation der damals größten Baureihe vom Typ Starliner in die Luft bekommt, haben neben vier Piloten der Kranich-Linie auch drei ihrer Flugingenieure auf der Schweizer Connie trainiert. Da die künftige Lufthansa-Connie aber ein neues Hightech-Cockpit mit großen Bildschirmen, moderner Kollisionswarntechnik sowie einem Enteisungssystem erhält, das den Betrieb bei jedem Wetter erlaubt, sieht der künftige Arbeitsplatz für die Piloten und den Flugingenieur dort ganz anders aus als in der nostalgischen Schweizer Maschine.

Dass überhaupt eine Connie in Europa fliegen kann, ist dem Einsatz flugbegeisterter eidgenössischer Privatleute zu verdanken. Im Frühjahr 2000 gründeten sie die SCFA in Basel als Verein mit dem Ziel, eine Super Connie zu erwerben, flugfähig zu machen und später in der Schweiz mit Passagieren zu betreiben. 2004 wurde die in Amerika gekaufte Maschine in die Schweiz überführt. Seither widmen sich rund 3000 SCFA-Mitglieder, unterstützt von Sponsoren, dem Erhalt ihres Lieblings. In diesem Jahr geht es mit der Flugsaison Ende Mai los. In Deutschland wird die Connie bei drei Flugveranstaltungen in Speyer, am Flughafen Hahn und im südbadischen Eschbach-Bremgarten zu sehen sein. Dort sind Mitflüge möglich. Der Neue, Hans Breitenmoser, wird wohl bei einem im Cockpit dabei sein und als Pilot seine aviatische Zeitreise in die fünfziger Jahre genießen.

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