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Tech-Talk : Lästige Freiheit

  • -Aktualisiert am

Wer in den unendlichen Weiten des Internets und der Apps unterwegs ist, hat den Trend für 2019 gewiss schon entdeckt: Die neue Maxime lautet Umerziehung. Nehmen wir Twitter.

          Wer in den unendlichen Weiten des Internets und der Apps unterwegs ist, hat den Trend für 2019 gewiss schon entdeckt: Die neue Maxime lautet Umerziehung. Der Nutzer soll etwas tun, was er nicht will. Nehmen wir Twitter.

          Stets war klar, dass die neuesten Meldungen oben stehen, wo sie sofort gesehen werden. Jetzt hat Twitter entschieden, dass den Nutzern als Erstes diejenigen Tweets gezeigt werden, die Twitter selbst für die besten hält. Und um noch eins draufzusetzen, erscheinen mitten im Nachrichtenstrom auch die Beiträge von Leuten, denen man gar nicht folgt. Sodann gibt es Push-Meldungen, dass irgendwer etwas Bedeutsames mitgeteilt hat. Wer das alles abschaltet, wegklickt und storniert, erlebt ein blaues Wunder: Twitter ändert die Einstellungen wieder zurück.

          Es werden einem zur Beruhigung alte Optionen angezeigt, die Twitter tatsächlich schon eliminiert hat. Umerziehung in Apps ist irgendwie konsequent. Denn schließlich lassen wir uns Umerziehung ja auch im realen Lebensalltag meist widerspruchslos gefallen. Wir alle müssen anders werden, wir sollen politisch korrekt sprechen und schreiben und uns nur noch klimagerecht fortbewegen. Andere wissen es stets besser als wir selbst. Wozu dann noch Wahlfreiheit?

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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