https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/kreditkarte-mit-fingerabdrucksensor-14984616.html

Karte mit Fingerabdrucksensor : Geld aus einer Hand

Wer beim Tippen der Pin die eine Hand schützend über die andere hält, schirmt seine Daten wirkungsvoll vor den Augen Krimineller oder deren Kamera ab. Das könnte bald nicht mehr notwendig sein.

          1 Min.

          Eigentlich ist die Hand ein zuverlässiger Schutz vor Kreditkartenbetrug. Ob am Geldautomat oder an der Kasse: Wer beim Tippen der vierstelligen Pin die eine Hand schützend über die andere hält, schirmt seine Daten wirkungsvoll vor den Augen Krimineller oder deren Kamera ab. So einfach hätte man es gerne immer in der digitalen Welt. Knifflig wird es dann, wenn die Einkaufstasche zu schwer ist oder die zweite Hand das Smartphone am Ohr halten muss. Risikoscheue neigen dann den Kopf über die Tastatur. Risikofreudige tippen drauflos. Um das Gewissen zu beruhigen, hilft in den nächsten Wochen ein Blick auf das Konto zur Kontrolle der Ausgänge. Mastercard testet nun gerade eine Kreditkarte für den einhändigen Gebrauch. Offiziell ist es natürlich der Sicherheitsaspekt, mit dem das Unternehmen wirbt.

          Es funktioniert so, wie es viele von ihrem Smartphone kennen. Finger auf die Sensorfläche legen und sich in Sekundenschnelle identifizieren. Weil die biometrischen Daten einzigartig sind, gilt das Verfahren als fälschungssicher. Es sei denn, die Kriminellen besorgen sich – auf welche Art auch immer – eine Kopie des Abdrucks. Hersteller von Smartphones wie etwa Samsung sind mittlerweile einen Schritt weiter. Das neue S 8 können Nutzer nicht nur über den Fingerabdrucksensor entsperren, sondern auch über die Augen oder das Gesicht. In dem einen Fall scannt das Smartphone die Iris, im anderen bestimmte Merkmale des Gesichts. Die Pin verliert also allmählich an Bedeutung. Womöglich auch bald beim Bezahlen mit Kreditkarte oder beim Geldabheben.

          In Zukunft wird vermutlich sogar die Kreditkarte an sich verschwinden. Apple Pay und Samsung Pay sind schon im Einsatz. Selbst die Mastercard gibt es als virtuelle Kreditkarte von Airplus. Mit der App kann sich jeder Kunde eine Kreditkartennummer mit Prüfziffer generieren. Und wie identifiziert sich der Nutzer? Mit Fingerabdruck, Iris oder Gesicht? Mit einem Passwort. Also muss doch wieder die zweite Hand her.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          Fahrtenschreiber

          Der F.A.Z.-Autoticker : Fahrtenschreiber

          Deutlich mehr Elektroautos in Deutschland ++ Automarkt in der EU schrumpft zum dritten Mal in Folge ++ Fünf Sterne für elektrischen Cupra Born

          Volkes Wagen

          FAZ Plus Artikel: Fahrbericht Škoda Karoq : Volkes Wagen

          Viel Platz, anständige Motorisierungen und ein gefälliges Design: Der Škoda Karoq bringt Zutaten für ein erfolgreiches Auto mit. Aber das Topmodell 2.0 TSI ist teuer. Und laut.

          Topmeldungen

          Wladimir Putin beim informellen GUS-Gipfel in Sankt Petersburg

          Wladimir Putin wird 70 : Ein einsamer Tag voller Arbeit

          Der Jubeltag des Präsidenten sollte ein ganz normaler Tag sein. Die Armeeführung ist bemüht, „zurückgeschlagene Angriffe“ und „vernichtete“ ukrainische Soldaten zu vermelden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.