https://www.faz.net/-gy9-advv3

Verdruss über E-Roller : Ungeduld

  • -Aktualisiert am

In verschiedenen Städten nehmen Wut und Ärger über die elektrischen Tretroller zu. Kein Wunder – nicht nur wegen der Rücksichtslosigkeit einiger Nutzer.

          1 Min.

          Es sind ja gar nicht die elektrischen Tretroller selbst, die so nerven. Es sind eher die Nutzer – nicht alle natürlich, aber viele – und das dreiste Gehabe von Verleihunternehmen. Nicht zu vergessen ein weiterer Grund für den verbreiteten Verdruss über die Kleinstfahrzeuge – das rätselhafte Laissez-faire hiesiger Kommunen. Mal abgesehen vom Fahrstil: Nicht wenige E-Scooter-Nutzer geben sich größte Mühe, die Geräte nach Gebrauch dort zu hinterlassen, wo sie am meisten stören und behindern, kreuz und quer auf Gehwegen und Plätzen, alternativ im Gebüsch oder Gewässer.

          So richtig einleuchten mag nicht, dass aus Steuermitteln finanzierte Gehwege gratis fürs Verleihgeschäft in Anspruch genommen werden dürfen, während Moped- oder Vespa-Fahrer wegen eines am Gehwegrand abgestellten Zweirads mit einer Anzeige behördlicherseits rechnen müssen. Die Behauptung, E-Scooter seien ein Beitrag zur Lösung von Verkehrspro­blemen, ist gewagt, ebenso das Argument, die in fernen Fabriken produzierten, um den halben Globus transportierten, mit wie auch immer erzeugtem Strom betriebenen, permanent mit Lieferwagen durch die Städte gekarrten Dinger hätten etwas mit Umweltschutz zu tun. Hunderte davon sollen mittlerweile auf dem Grund des Rheins liegen. Wer holt die wieder heraus und zahlt dafür?

          Wegen Unfällen mit betrunkenen Nutzern werden Forderungen nach Nachtfahrverboten – wie jetzt in Oslo beschlossen – laut. Nein, protestieren Verleihfirmen, man dürfe doch wegen des Fehlverhaltens Einzelner nicht alle bestrafen. Ach? Schlampiger Umgang mit den Scootern, Vermüllung, Unfallgeschehen und die finanziellen Folgen – trifft das nicht auch die Allgemeinheit?

          Walter Wille
          Redaktion „Technik und Motor“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Hauptbaustelle Digitalisierung: Der Turm der Commerzbank in Frankfurt

          Geldhaus im Wandel : Die Dauerbaustelle Commerzbank

          In der Commerzbank ist mal wieder Stühlerücken angesagt: Zwei neue Vorstände sollen es nun richten. Ob das hilft, ist völlig ungewiss.
          Das Ziel heißt immer noch Kanzleramt: Annalena Baerbock lässt sich von den Umfragen nicht entmutigen.

          ZDF-Wahlsendung „Klartext“ : Baerbock spielt noch auf Sieg

          Mal pariert die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock geschickt, mal weicht sie aus. Und Peter Frey und Bettina Schausten unterziehen das grüne Wahlprogramm einem harten Praxistest.
          Arbeiter übermalen ein Bild des inhaftierten Kreml-Kritikers Nawalnyj.

          Duma-Wahl in Russland : Doppelgänger für den Sieg

          Russlands Machthaber wollen den Erfolg bei der Duma-Wahl sichern. Mit Tricks und Unterdrückung gehen sie gegen die Opposition vor. Die kann aber doch einen Erfolg vorzeigen.
          „Komplette Ablehnung von Bitcoin in El Salvador“: Demonstration gegen den Bitcoin in San Salvador

          Unsichere Anlage : Nicht vom Bitcoin narren lassen!

          Die Verheißungen der populärsten Krypto-Anlage sind unerfüllbar, seine Makel werden unterschätzt. Warum der Bitcoin mehr Spuk als Spielerei ist und auch in der Nachhaltigkeit versagt. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.