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Klimaschutz : Ungeliebte Pumpen

  • -Aktualisiert am

Eine gute Wärmepumpe macht unter optimalen Bedingungen aus 1 kWh elektrischer Energie 4 kWh Wärme. Bild: Hersteller

Der Klimaminister möchte mehr Wärmepumpen. Im Altbau wird die Umrüstung richtig teuer.

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          So, der Herr Minister möchte also mehr Wärmepumpen für den Klimaschutz. Im Neubau sind diese elektrischen Heizungen Standard, dort wird ja wegen guter Dämmung nicht mehr viel Wärme gebraucht, und wenn man einmal für einen Moment annehmen möchte, sie würden alle mit Grünstrom betrieben, dann sind sie tatsächlich richtig sauber. Der Altbau ziert sich indessen noch umzurüsten, obwohl Zuschüsse bereitstehen, die aus sehr teuren Anlagen teure machen, und es inzwischen Exemplare gibt, die Vorlauftemperaturen von 75 Grad Celsius erreichen, sodass eine Fußbodenheizung nicht mehr die unbedingte Voraussetzung zum Betrieb der Pumpe ist.

          Der Grund der Zurückhaltung ist einfach: Die Eigenheimbesitzer können rechnen. Wenn die Ölheizung 3000 Liter im Jahr verbraucht, wobei ein kleiner Teil der Wärme durch den Schornstein entfleucht, ließen sich diese durch knapp 28.000 Kilowattstunden Strom für elektrische Heizlüfter, Radiatoren und Boiler ersetzen. Eine gute Wärmepumpe macht unter optimalen Bedingungen aus 1 kWh elektrischer Energie 4 kWh Wärme, es würden also 7000 kWh im Jahr mehr auf dem Zähler stehen, bei 0,30 Euro je kWh kostet das 2100 Euro. Es kommt aber noch bitterer, denn je kälter es draußen und je höher die benötigte Vorlauftemperatur ist, desto weniger effizient arbeitet die Pumpe, weil sie mehr Mühe hat, aus kalter Umgebungsluft heißes Wasser zu machen.

          Wenn die Heizkörper nicht lauwarm bleiben sollen, liegt das Verhältnis übers Jahr eher in der Nähe von drei als von vier, es wird also deutlich mehr Strom verbraucht. Damit sich die Investition lohnt, müssten also Öl und Gas viel teurer werden, als sie ohnehin schon sind, das wäre politischer Selbstmord. Oder elektrischer Strom wird viel billiger. Da können wir lange warten.

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