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Kleiner Waffenschein : Der Schein trügt

  • -Aktualisiert am

Weil die Staatsmacht nicht überall zugleich sein kann, um ihre Untertanen zu schützen, sinnen die auf Selbsthilfe. In den Kommunen stapeln sich die Anträge auf den Kleinen Waffenschein.

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          Es ist ja zu verstehen. Weil die Staatsmacht nicht überall zugleich sein kann, um ihre Untertanen zu schützen, sinnen die auf Selbsthilfe. In diesen Tagen kann man schon froh sein, wenn sich keine Bürgerwehren bilden. Aber dass sich in den Kommunen die Anträge auf den Kleinen Waffenschein stapeln, ist besorgniserregend - nicht nur, weil die Leute augenscheinlich Angst haben, sondern vor allem, weil sie glauben, dass er etwas nützt.

          Der Lappen wurde eingeführt, weil der Staat die rechtschaffenen Menschen durch ständige Verschärfung eines wirren Waffenrechts immer mehr entwaffnen möchte, während sich die Übeltäter nicht darum scheren. Er berechtigt zu dem, was zuvor für alle legal war: dem Führen von Gas- und Schreckschusswaffen. Wer da meint, das mache das Leben sicherer: Der Schuss kann böse nach hinten losgehen. Nicht nur bei Gegenwind, sondern auch, weil das Gas eine Weile braucht, bis es den Täter lahmlegt - wenn überhaupt.

          Im günstigen Fall erzeugt solch eine Kanone Heiterkeit, weil die Kriminellen wissen, dass sie nicht echt ist. Im ungünstigen wird sie für echt gehalten, und der Gangster schießt scharf. Und wer beult sich schon gern die Jacke aus mit einem Gerät, das er auf öffentlichen Veranstaltungen wie Jahrmärkten ohnehin nicht führen darf? Die gleiche zweifelhafte Wirkung lässt sich mit einem Pfefferspray erzielen, das als Tierabwehrmittel (noch) frei erhältlich ist. A propos zielen: Ohne den unbedingten Willen, sie notfalls einzusetzen, und ohne ständige Übung taugen alle Waffen nichts.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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