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Tech-Talk : Jahrhundertpakt

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Geschafft, er ist unter Dach und Fach. Der Vertrag nämlich zwischen der ARD und dem Satellitenbetreiber Astra. Es ist geradezu ein Jahrhundertpakt.

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          Geschafft, er ist unter Dach und Fach. Der Vertrag nämlich zwischen der ARD und dem Satellitenbetreiber Astra. Es ist geradezu ein Jahrhundertpakt, denn er schreibt ein Fernsehformat fort, das erstmals am 25. Dezember 1952 von einem Hamburger Hochbunker aus über den Äther flimmerte. Das deutsche Nachkriegsfernsehen rasterte die bewegten Bilder mit 576 sichtbaren Zeilen und adressierte Guckkästen mit Bildröhren in Postkartengröße, angetrieben von einem Elektronik-Verhau, der ein Möbel mit den Abmessungen eines Kühlschranks füllte.

          Die museale Bildauflösung behielten die Sender auch noch bei, als die Digitalära des Fernsehens anbrach. Und sie mochten nicht einmal von ihr lassen, als die Bildschirme flach wurden und die Sendetechnik begann, in Richtung HDTV zu migrieren. Damals hat sich für das 576-Zeilen-Format ein neuer Name etabliert: Es nannte sich fortan Standard Definition, kurz SD. Und nun also lebt SD fort, nachdem das ZDF und die privaten Senderfamilien um RTL, Sat 1 und Pro Sieben schon zuvor einschlägige Vereinbarungen mit Astra geschlossen hatten.

          Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Sender, kurz Kef, hat der ARD und dem ZDF allerdings von 2021 an die Mittel für die SD-Übertragung gestrichen. Nur weil es heute Bildschirme gibt, die gleichzeitig rund 56 SD-Programme über- und nebeneinander zeigen könnten? Oder nur, weil es gar nicht mehr so viele dickbäuchige Röhrenfernseher gibt? Ein bisschen mehr Sinn für die Pflege technischen Brauchtums wäre doch angebracht. Es gibt ja zum Beispiel auch Eisenbahner-Clubs, die sich liebevoll für den Erhalt von Dampflokomotiven engagieren. Die Welt wäre ärmer ohne sie.

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