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Interview mit EU-Berater Buhr : „Vor Cloud-Computing muss keiner Angst haben“

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„Wir versuchen auf höherer Ebene zu beeinflussen, dass dies auch im öffentlichen Bereich sowie in der Wirtschaft allgemein umgesetzt werden kann.“ Bild: obs

Cloud-Dienste werden immer häufiger eingesetzt. Die Europäische Union versucht, diese Entwicklung zu steuern. Warum eine EU-Strategie überhaupt notwendig ist, erklärt der für die „Digitale Agenda“ mitzuständige Carl-Christian Buhr.

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          Cloud-Computing, also das Verwalten von Daten auf fremden Servern, wird nicht nur bei Endnutzern immer beliebter. Auch Unternehmen und öffentliche Institutionen mieten von Unternehmen wie Amazon diese Dienste, um ihre digitale Infrastruktur auszulagern und auf fremden Servern zu verwalten. Die Europäische Union versucht dabei, eine Vermittlerrolle zwischen den Anbietern und den Nachfragenden zu spielen, damit sich beim Cloud-Computing nicht nur rechtliche, sondern auch technische Standards etablieren können. Carl-Christian Buhr ist Mitarbeiter im Team von EU-Kommissarin Neelie Kroes, die in Brüssel zuständig ist für die Digitale Agenda.

          Herr Buhr, welche Cloud-Dienste nutzen Sie privat?

          Das kommt darauf an, wie Sie Cloud-Dienste definieren. Wenn Sie eine weite Definition annehmen, nutze ich webbasierte Services wie E-Mail, Server-Dienste wie Amazons „Infrastructure as a service“ oder Dropbox für den Datenaustausch.

          Cloud Computing ist der Trend im IT-Bereich. Auf der Computermesse Cebit war es zum zweiten Mal Schwerpunkt. Gleichzeitig haben aber viele Nutzer Angst, ihre Daten in die Hände anderer zu geben. Ist diese Angst berechtigt?

          Angst muss man erst einmal gar nicht haben. Es ist aber richtig, dass viele Bedenken bestehen. Das haben wir in mehreren öffentlichen Befragungen deutlich gesehen. In vielen Fällen entstehen sie allerdings aufgrund von missverständlichen oder falschen Berichten, weil die Rechtslage oder technische Anforderungen nicht bekannt sind. Unsere Initiative in Europa ist weniger direkt auf den Endnutzer ausgerichtet als auf die Nutzung von Cloud-Diensten in Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Organisationen. Der private Bereich ist allerdings indirekt mitbetroffen, dann nämlich, wenn Dienste für Endnutzer über die Cloud angeboten werden, also zum Beispiel wenn ein Service wie Dropbox auf der Cloud eines anderen Unternehmens läuft. Wenn dann etwas schiefgeht mit den Daten, stellt sich die Frage: Wer hat die Schuld?

          Wie kann die Europäische Union (EU) den Unternehmen helfen, die einen Cloud-Computing-Dienst nutzen wollen?

          Häufig läuft es doch so: Sie gehen etwa als Start-up zu einem Hosting-Anbieter wie beispielsweise Amazon und suchen sich auf deren Internetseite einen Service aus. Dann kriegen Sie einen „Boilerplate“-Vertrag, das heißt, Sie können unterschreiben oder nicht. Sie können den Vertrag nicht den eigenen Wünschen anpassen. Da sitzt kein Jurist auf der anderen Seite, der mit Ihnen in eine Verhandlung eintritt.

          Carl-Christian Buhr ist Mitarbeiter von EU-Kommissarin Neelie Krooes und zuständig für das Thema Cloud-Computing

          Was bedeuten diese starren Angebote für das Unternehmen?

          Viele Fragen, die sich das Unternehmen stellt, etwa zu Datenschutz und -sicherheit, werden nicht hinreichend klar beantwortet. Der Markt ist noch nicht so reif, dass jedem Unternehmen das, was es für seine Zwecke braucht, auch wirklich zur Verfügung steht. Deswegen bringen wir als EU Mitgliedstaaten und Industrie zusammen, um einheitliche Anforderungen für Cloud-Services zu erstellen.

          Könnte das Ergebnis der Beratungen ein EU-Zertifikat sein?

          Nein. Wir wollen Zertifizierungen unterstützen, die sich auf dem Markt entwickeln. Die EU will aber nicht von oben herab etwas verordnen und Zertifikate durchdrücken. Ein Beispiel ist das Datenschutzrecht in Europa. Das schreibt nämlich nicht vor, wie die rechtlichen Vorgaben technisch umgesetzt werden müssen.

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