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Intermot in Köln : Große Schau des Techno-Krads

  • -Aktualisiert am

Triumph Tiger Explorer XC Bild: Hersteller

Auf der Intermot stehen gleich mehrere Hightech-Reiseenduros im Mittelpunkt. Und technisch vorneweg ist auf der Messe nur, wer zumindest für eines seiner Modelle ein semiaktives Fahrwerk anbieten kann.

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          Alle gegen einen - dieser Eindruck drängt sich auf bei der Motorradmesse Intermot in Köln. Der Eine ist BMW, der Hersteller, der mit einer seit gut zehn Jahren anhaltenden Entwicklungsoffensive die anderen mehr oder weniger stark in Zugzwang gebracht hat. Dieses Jahr holen die Konkurrenten nach teils langen Jahren des Zögerns und Lernens mit der großen Keule aus.

          Insbesondere im Kernsegment der Münchener, der seit 1980 gehegten und gepflegten GS-Klasse, geht es jetzt rund. Ducati hat seine Multistrada 1200 stark überarbeitet, KTM bringt eine von Grund auf neue 1190 Adventure. Das Gerangel im Segment der sogenannten Sports Adventure Bikes wird damit noch heftiger; schon voriges Jahr waren neue Modelle von Honda, Kawasaki und Triumph erschienen. Es wird spannend: Hinterlässt dieser Kampf um reisefreudige, technisch aufgeschlossene, vor allem aber solvente Kunden Spuren bei den Bayern?

          Kawasaki Z800
          Kawasaki Z800 : Bild: Hersteller

          Die schlagen selbst ein neues Kapitel in der GS-Geschichte auf: Die R 1200 GS, die in Köln ihre Weltpremiere gibt, kann nach Überzeugung von BMW in jeglicher Hinsicht mehr als das Vorgängermodell gleichen Namens. Ergonomische Finessen, breites Nutzungsspektrum, Vielzahl an verknüpften elektronischen Assistenzsystemen, keine Gewichtszunahme, riesiges Zubehörangebot - so will BMW seinen Vorsprung sichern.

          Technisch vorneweg ist auf der Intermot nur, wer zumindest für eines seiner Modelle ein semiaktives Fahrwerk (die Dämpfer stellen sich auf Untergrund und Fahrverhalten ein) anbieten kann. Ducati mit der erwähnten Multistrada (Fahrtbericht in der Ausgabe vom 25. September) kann das von sich behaupten. KTM wird seine in zwei Versionen kommende Adventure groß inszenieren, sie soll weitaus mehr Kunden ansprechen als frühere Modellen gleichen Namens. Dazu haben die Österreicher ihre große Reiseenduro weniger spitz konfiguriert, so dass sich nun auch Nicht-Offroad-Racer angesprochen fühlen dürfen. Technisch hat KTM ordentlich zugelangt: mehrfach einstellbares ABS, individuell regelbare Traktionskontrolle sowie als aufpreispflichtige Option elektronische Fahrwerksabstimmung. Der 1,2 Liter große V2-Motor leistet 110 kW (150 PS) bei 9500/min und liegt damit auf Ducati-Niveau, das Gewicht soll mit vollem Tank nur 230 Kilogramm betragen. Zum neuen Konzept gehört gesteigerter Sitzkomfort: Sattel, Lenker, Fußrasten und Windschild sind verstellbar. Die mehr auf Gelände gebürstete Version Adventure R weist andere Räder, Sturzbügel sowie Offroad-Einstellmöglichkeiten für ABS und Traktionskontrolle auf.

          Darf auf einer Motorradmesse auch nicht fehlen
          Darf auf einer Motorradmesse auch nicht fehlen : Bild: Böhringer

          Triumph stellt der voriges Jahr präsentierten Großenduro Tiger Explorer die Variante XC zur Seite. Unterschiede zur Normalversion: Handprotektoren, Motorschutzbügel, Speichen- statt der Alugussräder. Die Größe des Vorderrads beträgt weiterhin 19 Zoll, und auch die Bodenfreiheit wurde nicht erhöht, so dass der Geländetauglichkeit des rund 280 Kilo schweren Motorrads noch immer Grenzen gesetzt sind.

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