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Infotainment im Peugeot 308 : Zwischen Techno-Spirit und Verständnislosigkeit

Der neue Peugeot 308 Bild: Hersteller

Keine Revolution, aber doch eine sichtbare Verbesserung: Das Infotainment im neuen Peugeot 308 hat spannendes Design zu bieten. Die Spracherkennung ist dagegen schwach.

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          Von „Techno-Spirit“ spricht Peugeot und meint damit nicht nur das markante Löwen-Wappen am Kühlergrill, hinter dem sich die diversen Sensoren für die elektronischen Assistenten verbergen. Gemeint ist auch das Cockpit des neuen 308, der in der Kompaktklasse gegen den VW Golf antritt. Nimmt man im Auto Platz, fallen sofort das ab­geflachte kleine Lenkrad, das aus der Oberklasse bekannte Ambientelicht, die induktive Ladeschale fürs Handy und natürlich das digitale Cockpit auf. Man blickt also über das Lenkrad hinweg auf den digital dargestellten Ta­cho­meter und Drehzahlmesser, was nicht jedem gefällt.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das Kombiinstrument gehört zur Serienausstattung, und den beiden GT-Varianten spendiert der Hersteller sogar eine dreidimensionale und holographische Darstellung. Was wie ge­zeigt wird, ist einstellbar. Die Standardeinstellung mit kleinen Instrumenten und groß überlagerter Karte gefiel uns nicht. Die Alternativen erscheinen, wenn man die Taste am Blinkerhebel drückt, das muss man wissen.

          Der Bordmonitor hat eine Diagonale von zehn Zoll und gehört ebenfalls zur Serienausstattung, aber nur die höherwertigen Modellvarianten vom Allure an fahren mit dem „i-Connect Ad­vanced“-Infotainment vor, das Navigation und Sprachbedienung mitbringt und auch dafür zuständig ist, Telefon, Klimaanlage und Medienwiedergabe zu steuern. Das erfolgt weitgehend mit dem Finger auf der berührungsempfindlichen Anzeige. Unter ihr befinden sich die von Peugeot sogenannten virtuellen i-Toggles. Das sind berührungsempfindliche Schaltflächen, die man individuell programmieren kann. Zu diesem Zweck wählt der Fahrer zunächst auf dem Hauptbildschirm das passende Menü aus und dann einen dort gezeigten Eintrag als Tastenbelegung. Das ist in Analogie zur Smartphone-Bedienung ganz pfiffig gemacht. Eine Ebene tiefer finden sich auch physische Tasten, mit ihnen werden einige Fahrzeugfunktionen und vor allem die Klimaanlage gesteuert.

          Endlich mal anders: Der neue Peugeot 308 setzt auf originelles Design. Bilderstrecke
          Infotainment : Peugeot 308

          Der eingebauten Spracherkennung fehlt leider der beschworene Techno-Spirit. Sie erkennt nämlich nicht einmal Navigationsziele fehlerfrei. Meist erkennt sie nichts, und was gelegentlich erkannt wird, ist meist falsch. Zum Glück kommt man mit der virtuellen Bildschirmtastatur und der Suchfunktion auch zum Ziel, und anschließend zeigt sich das Tomtom-Navi von seiner besten Seite. Es macht klare Ansagen, die bisweilen etwas zu ausführlich ge­raten, es bietet eine gute Visualisierung der Route und überzeugt vor allem mit guten Echtzeit-Verkehrsinformationen. In der Karte erscheinen nicht nur die Verkehrsstörungen, sondern auch die Benzinpreise der Tankstellen in der Umgebung.

          Insgesamt ist das neue i-Connect Advanced keine Revolution, aber eine sofort sichtbare Verbesserung gegenüber dem Infotainment im alten Peugeot 308. Wer den jungen Fortschritt in die Modellvariante Active Pack bringen will, zahlt einen Aufpreis von 650 bis 800 Euro. Ein Head-up-Display gibt es für den neuen 308 leider nicht.

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