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Tech-Talk : Tatort Taycan

  • -Aktualisiert am

Porsche Taycan Bild: Hersteller

In einem amerikanischen Test geht der Porsche Taycan gegen Tesla unter. Ist das wirklich eine Blamage? Oder liegt es am Konzept?

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          Da hat Porsche Glück gehabt, dass die Nachricht in die Weihnachtszeit geplatzt und dortselbst versunken ist. Der neue Elektrosupersportwagen Taycan nämlich geht gegen Tesla unter, besser gesagt, er bleibt viel früher als der amerikanische Konkurrent ausgelaugt stehen.

          Das jedenfalls verkündet die amerikanische Umweltbehörde EPA, zu Berühmtheit gelangt, weil sie VW im Diesel-Skandal verfolgt hat. Seither besteht der Eindruck, in Europa würden Dreckschleudern gebaut und in Amerika der Naturschutz neu erfunden, tatsächlich hat Europa die strengsten Abgasgrenzwerte der Welt. Aber hängen bleiben Polarisierungen, und so steht zu befürchten, dass sich Porsche von diesem Schlag nicht erholen wird.

          Der Taycan schafft in einer Reichweitenmessung der EPA enttäuschende 323 Kilometer, das Tesla Model S P 100 Long Range 600 Kilometer. Bekanntlich ist Reichweite neben der Ladedauer das entscheidende Kriterium für den Kauf eines Elektroautos. Zu wissen wäre nun, dass die Amerikaner mit anderen Einflussgrößen messen, sie schalten die Klimaanlage ein und fahren einen anderen Zyklus. So entstehen schon grundsätzlich andere Werte als in Europa. Hier kommt hinzu, dass Porsche seinen Taycan auf ein spezielles Anforderungsprofil ausgelegt hat. Er soll ein Sportwagen sein, mit flinker Lademöglichkeit, konkurrenzloser Dynamik und der Option, mehrfach hintereinander rasant zu beschleunigen, was keine Selbstverständlichkeit ist. Es gibt solche Performance-Tests, in denen der Tesla rasch kapituliert hat.

          Wird das Porsche helfen? Oder wird es fortan heißen: Welch eine Blamage; Porsche kommt sieben Jahre später auf den Markt, doch wenn der sündhaft teure Taycan zum Laden muss, fährt der Tesla noch 270 Kilometer weiter.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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