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Tech-Talk : Im Dienste des Herren

  • -Aktualisiert am

Der Pfarrer kaufte sich ein Pedelec. Nach drei Jahren war der Akku am Ende. Pfarrer fluchen ja nicht, aber unserer grummelte. Ein neuer Akku sollte knapp 800 Euro kosten.

          In unserem Landluft-Sprengel gibt es noch einen richtigen Pfarrer zum Anfassen. Ein Mann, der jederzeit da ist für seine Gemeinde. Aber das allein genügt heute nicht mehr, unser Pfarrer muss ein Vorbild sein. Auch in seinem Verhalten der Umwelt gegenüber, was besonders wichtig erscheint, wenn der Hirte ein recht mobiler Pfarrer sein muss.

          Denn wir sind eine kleine Stadt, aber eine große Gemeinde mit einem halben Dutzend Ortschaften, die im hügeligen Bergland hinter jeder Menge Steigungen verborgen sind. Die könnte unser Pfarrer gemütlich mit seinem älteren und sparsamen Diesel abklappern, wie das viele Jahre gutes Brauchtum war, einem mager motorisierten VW, der bei schönem Wetter hin und wieder von einem schwarz lackierten Drahtesel ersetzt wurde. Aber einige Mitglieder der Gemeinde kräuselten jüngst wegen des Diesels ihre empfindsamen Nasen.

          Doch auch Pfarrer altern, und die steigende Beschwerlichkeit der Radl-Touren im Namen des Herrn sowie die Rücksichtnahme auf das Weltklima forderten den Um- und den Einstieg auf die Elektromobilität. Ein Elektroauto kam aus Kostengründen nicht in Frage, und dann das lange Laden und die geringe Reichweite. Die Erleuchtung kam in Form eines schmucken Pedelecs, das zum moderaten Preis von rund zwölfhundert Euro angeschafft wurde. Ein schwarz lackiertes Auslaufmodell, vielleicht ein bisschen angestaubt. Doch es erlaubt mit Strom und Muskelkraft hurtiges Bezwingen der Spessart-Steigungen. Bis in die Ewigkeit hinein sollte der Motor halten, laut Verkäufer.

          Nach drei Jahren war der Akku am Ende. Pfarrer fluchen ja nicht, aber unserer grummelte. Ein neuer Akku sollte knapp 800 Euro kosten. Wie lange hält der? Der Verkäufer druckst etwas herum, ohne klare Angabe, unser Pfarrer fährt erst mal wieder sein altes Drahtross. Aber er kommt häufig zu spät, er ist ja nicht mehr der Jüngste. Im nächsten Frühjahr kommt ein neues Pedelec, sagt er tröstend, bis dahin tuckert im Dienste des Herrn pünktlich der Diesel. Die Gemeinde atmet auf.

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