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Weiße Ware auf der IFA : Küchengeräte auf dem Catwalk

  • -Aktualisiert am

Dinner-4-All: Brutzeln und essen auf einem einzigen Teller Bild: Hersteller

Auf der IFA Home Appliances - der sogenannten Weißen Ware - geht es um Energieeffizienz, einfache Bedienung und vor allem um Design, denn Küche und Wohnzimmer wachsen zusammen.

          Zum fünften Mal sind die Hersteller von Hausgeräten auf der IFA vertreten, und es ist so, als wären sie schon immer dabei gewesen. Sie setzen sich in Szene, füllen immer mehr Hallen und zeigen, dass „weiße Ware“ mittlerweile genauso zum Statussymbol taugt wie teure Lautsprecher, sie wird zum Ausdruck des Lifestyle, der nicht mehr in der Küche versteckt, sondern bis hin zum Kleingerät in voller Schönheit auf der Arbeitsplatte präsentiert wird. Die alten Themen sind auch die diesjährigen: Energieeffizienz, einfache Bedienung, Design und noch mal Design. Das vernetzte Haus - neudeutsch Connectivity - ist zwar auch ein großes Thema auf der IFA, aber keine Tatsache. Die Gerätehersteller, die ihre Hausaufgaben längst gemacht haben, zeigen ihren Part des Szenariums, aber über einige Feldversuche ist das Thema nicht hinausgekommen, es fehlt von Seiten der Energieversorger fast noch alles für Smart Grid im Haus: die variablen Stromtarife, auf die etwa eine Smart-Grid-Waschmaschine reagieren soll, „intelligente“ Stromzähler und vieles mehr, was zur Infrastruktur gehören würde.

          Daher gilt das Interesse der Besucher etwa den sparsamen Kühl- und Gefriergeräten, von denen große Hersteller wie Bosch, Siemens, AEG oder Miele immer mehr Modelle in der höchsten Energieeffizienzklasse A+++ zeigen, natürlich in Kombination mit der Komfortzutat „No frost“. Liebherr als Vertreter des Premiumsegments setzt noch einen drauf und hat eine 300-Liter-Kombi im Angebot, die trotz Biofresh-Funktion noch 20 Prozent sparsamer ist. Insgesamt verbraucht die CBP 4043 nur 129 kWh im Jahr.

          Siebträgermaschine von Gastroback Bilderstrecke

          Man muss allerdings erst mindestens 1619 Euro investieren. Bosch weist zum Vergleich darauf hin, dass seine Spitzengeräte weniger als eine Energiesparlampe verbrauchen. Das Unternehmen geht mit Gefrierschränken in die Breite und stellt neue 70-Zentimeter-Modelle in drei Größen vor, die 286 bis 360 Liter fassen und mit A++ oder A+++ zu haben sind. Wo die Standardbreite von 60 Zentimeter gefragt ist, sorgt effiziente Isoliertechnik für dünnere Wände und damit mehr Volumen.

          Miele stellt eine neue Spezialität vor: Im Weintemperierschrank KWT 6832 SGS gibt es eine Sommelier-Etage. Hier findet der Kenner alles, was er zum Dekantieren braucht, einschließlich gekühlter Gläser. Solche Schränke verstecken die Besitzer nicht, die stehen für sich selbst. Bei Geschirrspülern oder Backöfen dagegen geht der Trend Richtung unsichtbar, vor allem wenn Puristen Küche und Wohnraum ineinander übergehen lassen. Dann sind vollintegrierte Geräte ohne sichtbares Display und Bedienelemente gefragt.

          Eine Waschmaschine kann heute gar nicht groß genug sein, denn sie ist höchst variabel: Dosierautomaten und Sensoren stellen sicher, dass je nach Füllung und Stoffart Wasser und Waschmittel genau abgemessen werden, empfindliche Stücke verknittern zudem in einer großen Trommel nicht allzu sehr, und man kann auch voluminöse Sachen problemlos waschen. Spezialprogramme bis hin zum Imprägnieren von Sport- und Outdoorgarderobe machen die Wäschepflege immer effektiver und einfacher, selbst wenn Cashmere und Seide eingelegt sind. Wärmepumpentrockner sorgen dann mit geringem Energieaufwand für schrankfertige Wäsche, der Pro Tex von AEG ist mit A+++ eingruppiert, die Marke Beko schafft mit ihrem DPU 8396 X sogar noch zehn Prozent weniger. Wer den Geruch von Weichspülern nicht mehr in die Nase kriegen will, kann sich seine Wäsche mit dem neuen Dufttrockner von Miele mit drei verschiedenen Kompositionen parfümieren. Dazu wird ein Flakon in den Türfilter eingesetzt, durch den die Luft während des Trocknens ständig strömt und so den Duft auf die Textilien überträgt. Bis zu vier Wochen lang soll er sich halten.

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