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IFA 2015 : Samsung macht sie alle rund

Gleiche Leistung, zwei Versionen – Samsungs neue Smartwatch kommt sportlich oder elegant daher: Die Gear S 2 (links) und die Gear S 2 Classic. Bild: Marco Dettweiler

Erst eckig, dann rund: Samsung schrumpft seine Smartwatch Gear S, schenkt ihr ein Rad und zwei Versionen. Wir haben sie auf der IFA ausprobiert - und am Rad gedreht.

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          Samsung lässt es sich doch nicht nehmen, pünktlich zur IFA die Welt mit einem neuen Gadget zu überraschen. Nachdem die Koreaner schon Mitte August die beiden Smartphones Galaxy S6 Edge+ und Note 5 vorstellten, die eigentlich für diese Messe erwartet wurden, präsentieren sie jetzt ihre neue Smartwatch. Es ist die Gear S 2, also der Nachfolger der im letzten Jahr gezeigten Gear S.

          Auch wenn es die Ziffer "2" anders vermuten lässt, hat sich das Aussehen der Uhr deutlich verändert. Das Gehäuse ist jetzt rund, kleiner, das Display also nicht mehr länglich und gebogen. Dadurch verliert die Gear S ihr charakteristisches Aussehen. Sie gleicht mehr den anderen runden Modellen von LG, Huawei oder Motorola.

          Samsung bietet zwei Modelle an. Die Gear S Classic ähnelt einer klassischen Uhr. Mit den Maßen von knapp 40 x 44 Millimeter und einem Gewicht von 42 Gramm ist sie etwas leichter als das zweite Modell Gear S 2. Diese misst zirka 42 x 50 Millimeter und ist 47 Gramm schwer. Das neue runde Amoled-Display hat jeweils eine Auflösung von 360 x 360 Pixel. Bei 1,2 Zoll Durchmesser ergibt sich eine Pixeldichte von 302 ppi.

          Wischen, drehen, drücken

          Wir durften ein Testgerät eine Viertel Stunde ausprobieren. Im Vergleich zur Gear S erscheinen beide Varianten weniger futuristisch am Handgelenk. Das Classic-Modell ist womöglich gar nicht als Smartwatch zu erkennen. Die Gear S 2 nimmt man ganz klar - auch aufgrund ihres Kunststoffbandes, das in zum Teil sehr grellen Farben kommt - fast als Sportutensil war. Obwohl die Classic flacher wirkt, haben beide mit 11,4 Millimeter die gleiche Höhe. Die neuen Samsung-Uhren tragen sich leicht und bequem.

          Unauffälliger als das Vorgängermodell: Die Gear S 2 erscheint weniger futuristisch am Handgelenk als die Smartwatch Gear S aus dem Vorjahr. Bilderstrecke
          Unauffälliger als das Vorgängermodell: Die Gear S 2 erscheint weniger futuristisch am Handgelenk als die Smartwatch Gear S aus dem Vorjahr. :

          Die neue Gear S kann auf zwei Arten bedient werden. Die übliche Methode ist der Wisch mit dem Finger auf dem Display. Das funktioniert gewohnt gut. Es kommt zu keinen Verzögerungen, die Icons reagieren schnell. Neu hingegen ist im Vergleich zum Vorgängermodell die Lünette. Rund um den Bildschirm verläuft ein Rad, mit dem man das Menü bedienen kann. Dieser Drehmechanismus ersetzt das Wischen. Neben diesem mechanischen Bedienelement gib es noch zwei Knöpfe an der rechten Seite: der obere ist ein Art Back-Button, der darunter führt direkt zur App-Übersicht.

          Wer sich bei der Apple Watch an die "Krone", also das kleine Rädchen an der Seite gewöhnt hat, wird bei der Gear S die "Lünette" nicht mehr missen wollen. Ganz ohne Bildschirmberührung kommt man nicht aus. Aber die meiste Zeit dreht man Rad. Ähnlich wie der Volume-Knopf an manchen HiFi-Geräten, rastet die Lünette nach ein, zwei Millimeter ein, so lässt sie sich gut justieren. Ob das Rad auch nach einer Dauernutzung über mehrere Jahre hinweg stabil bleibt, wäre gut zu wissen.

          Flotter Prozessor, schwache Akkuleistung

          Die technischen Daten bestätigen den Eindruck, den wir beim Hands-on hatten. Der Zwei-Kern-Prozessor mit einem 1 Gigahertz Taktung scheint hinreichend flott, unterstützt von 512 Megabyte Speicher. Des Weiteren stehen 4 Gigabyte interner Speicher zur Verfügung, um Musik, Bilder oder Videos zu sammeln. An Schnittstellen sind W-Lan, Bluetooth 4.1 und NFC vorhanden. Letztere wird ihren sicherlich ihren häufigen Einsatz finden, wenn Samsung Pay, also das kontaktloses Bezahlen, nicht mehr in der Testphase läuft, sondern als Alternative zu Apple Pay in mehreren Ländern angeboten wird. Ebenfalls vorhanden sind die üblichen Sensoren wie Gyroscope, Beschleunigungssensor, Pulsmesser, Lichtsensor und Barometer.

          Wenig geändert hat sich an der eher mäßigen Akkuleistung. Dieser hat bei der Gear S 2 eine Kapazität von 250 Milliampèrestunden und hält laut Samsung bis zwei bis drei Tage. Doch bei starker Nutzung könnte schon am Abend eines Tages Schluss sein. Auch bei der Apple Watch wurde die überschaubare Akkuleistung immer wieder kritisiert. Ein Vorteil gegenüber der Apple Watch und einiger anderer Android-Uhren war bisher bei der Gear das UMTS-Modul, das mit einer Nano-Sim-Karte bestückt werden konnte. Die Gear war also unabhängig vom Smartphone, wenn sie Daten aus dem Internet anfordern musste. Samsung hat sich nun dafür entschieden eine "Embedded"-Sim-Karte einzubauen. Das spart Platz, ist in Amerika und Asien Standard, aber in Deutschland nicht nutzbar. Die Unabhängigkeit vom Smartphone ist bei der Gear S 2 also erst einmal dahin.

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