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IFA 2016 : Samsung geht mit seiner Smartwatch in die dritte Runde

Das Frontier-Modell der Smartwatch Gear S3 wiegt 62 Gramm. Bild: Marco Dettweiler

Es ist schon ein Ritual: Pünktlich zur IFA bringt Samsung die nächste Version seiner Smartwatch heraus. Die Gear S3 kommt in zwei Ausführungen und hat drei neue Funktionen.

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          Wenn ein Hersteller ein Wearable entwickelt, also ein elektronisches Gerät, das man irgendwo am Körper trägt, muss er sich entscheiden, wie auffällig es sein soll. Googles Computerbrille erkannte man sofort, weil unübersehbar eine kleine Kamera an der rechten Seite angebracht war. Ihre Träger lagen auch Wert darauf, dass man ihr Gadget erkennt. Die Apple Watch zu identifizieren, ist schon schwieriger, weil sie einer gewöhnlichen Uhr etwas ähnlich sieht, aber Form und Display doch auf den zweiten Bick ein Wearable erkennen lassen. Ein dritte Möglichkeit ist, das digitale Gerät als analoges zu tarnen.

          Samsung hat sich nun bei der Gear S3, der dritten Version seiner Smartwatch, abermals dafür entschieden, dass sie als elektronisches Gerät am Handgelenk des Nutzers kaum erkennbar ist, weil sie aussieht wie eine herkömmliche Uhr. Diesen Weg sind die Koreaner schon im letzten Jahr gegangen, als sie ihre Gear in runder, und nicht mehr in eckiger Form präsentierten. Dabei sind sie geblieben. Die Gear S3, die es in den Ausführungen Frontier und Classic gibt, ist nur etwas größer und zirka zwanzig Gramm schwerer geworden: 46,1 x 49,1 x 12,9 Millimeter und 62 Gramm (Frontier) und 57 Gramm (Classic). Für die Classic-Variante gilt wie schon bei der S2: Sie hat ein etwas dezenteres Gehäuse mit Armband aus Leder. Das Frontier-Modell soll nun die Sportler und Outdoorfreunde locken.

          Wie auch das Vorgängermodell lässt sich die Gear S3 über die Lünette bedienen. Man scrollt durch die Menüpunkte, indem man an diesem Rad dreht, um dann mit einer Bildschirmberührung oder einem der beiden Knöpfchen an der Seite eine Ebene tiefer zu gehen. Beim ersten Ausprobieren funktionierte die Lünette sehr zuverlässig. Ein kleines Detail hat Samsung ergänzt: Wird man angerufen, muss man den Bildschirm nicht zwingend berühren, sondern kann auch durch Drehen der Lünette den Anruf annehmen oder ablehnen.

          Lautsprecher, GPS-Modul und Barometerfunktion

          In diesem Zusammenhang steht eine weitere neue Funktion. Die Gear S3 verfügt jetzt über einen Lautsprecher. Wenn man also seine Mitmenschen quälen will, kann man mit Hilfe der Uhr für jeden hörbar telefonieren oder Musik laut hören. Für beide Fälle empfiehlt sich unserer Meinung nach ein Headset, das mit Bluetooth (Version 4.2) verbunden werden kann. Neben dieser Neuerung sind zwei weitere zu nennen: Die neue Samsung-Watch hat ein GPS-Modul, sodass man etwa beim Sport unabhängig ist vom normalerweise gekoppelten Smartphone, um seinen Weg zu tracken. Und um sich über den Luftdruck und mögliche Wetteränderungen zu informieren, kann man jetzt eine Barometerfunktion nutzen.

          Die Vorgängermodelle waren nicht gerade bekannt für ihre Akkuleistung. Deshalb hat Samsung der Gear S3 eine Batterie mit 380 Milliamperestunden gegönnt. Sie soll drei bis vier Tage durchhalten. Wie auch die Smartphones der S- und Note-Reihe ist die Uhr nach der Schutzklasse IP68 wasserdicht und staubgeschützt. Sollte sich Samsung Pay als Bezahlverfahren etablieren, lässt sich mit der Gear bequem einkaufen, indem man den NFC-Chip nutzt.

          Die neue G3 hat jetzt auch einen Barometer-Sensor. Bilderstrecke
          Die neue G3 hat jetzt auch einen Barometer-Sensor. :

          Weil die Uhr insgesamt gewachsen ist, konnte Samsung das Super-Amoled-Display auf 1,3 Zoll vergrößern bei gleicher Auflösung von 360 x 360 Pixel, also einer Pixeldichte von 278 ppi. Kratzfest soll der Bildschirm auch sein, weil er aus “Corning Gorilla Glass SR+” ist. Die Anzahl der Anwendungen für die Uhr, die man nach wie vor über das Smartphone herunterlädt und mit der Gear synchronisiert, ist auf 10.000 gewachsen. Darunter sind auch Apps von Fluggesellschaften, sodass man am Flughafen schnell die Bordkarte auf der Uhr hat. Allerdings fehlen noch Apps von Unternehmen wie Lufthansa und anderen. Dafür ist Connected-App von BMW an Bord. Mit ihr lassen sich bestimmte Automodelle wie mit einem Schlüssel entsperren.

          Hauseigenes Betriebssystem Tizen bleibt

          Samsung hält weiter an dem hauseigenen Betriebssystem Tizen fest, das mittlerweile in verschiedenen Geräten wie etwa den Fernsehern zu finden ist. Aktuell ist die Version 2.3.2 auf der Uhr. Der Prozessor, der für die Gear S3 die Arbeit leistet, ist ein Dual 1.0 Gigahertz. Neben 768 Megabyte Arbeitsspeicher für das Betriebssystem stehen weitere 4 Gigabyte für Datenspeicherung bereit. An den Schnittstellen hat sich nicht viel geändert. W-Lan und Bluetooth sorgen für die kabelfreie Datenübertragung. Ein Strippe braucht man auch nicht beim Aufladen, denn die Uhr erlaubt “wireless charging”.

          Auf dem Smartwatch-Markt ist die Gear von Samsung vermutlich die stärkste Konkurrenz zur Apple Watch. Von dieser gibt es vermutlich in genau einer Woche eine neue Version, wenn Tim Cook auf einer Keynote neue Produkte vorstellt. Allerdings gilt nur das neue iPhone 7 als sicher.

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