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IFA 2016 : Elektronik, die auch die Gefühle ihrer Besitzer misst

An diesem Freitag öffnet die Messe ihre Pforten Bild: dpa

Schärfste Fernsehbilder, Waschmaschinen mit Fernbedienung und jede Menge virtuelle Welten: Von Freitag an zeigt die IFA in Berlin, was wir heute und auch morgen von der Technik erwarten dürfen.

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          Wie leben wir morgen? Professionelle Auguren haben einige Ideen. Das Marktforschungsunternehmen Gartner traut sich bis ins Jahr 2020 und prognostiziert eine umfassende Vernetzung. Diese Vorschau kommt nicht überraschend, aber manche Details erstaunen schon. In vier Jahren, so die Amerikaner, verfügt eines von fünf Autos auf der Welt über eine Online-Anbindung, insgesamt mehr als 250 Millionen Fahrzeuge. Das Fernsehen verändert sich in ähnlicher Weise. Mehr und mehr Zuschauer wechseln von traditionellen Pay-TV-Kanälen zu internetbasierten Video-on-Demand-Anbietern. Und es wird persönlich, denn die Elektronik der Zukunft durchschaut ihre Besitzer.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schon 2019 soll ein beachtlicher Teil der Geräte - etwa 20 Prozent - in der Lage sein, Gefühle zu registrieren und zu speichern. Etwa, indem sie - allen voran das Smartphone - Gesichtsausdrücke analysieren oder umfangreiche Sensordaten kombinieren. Fitnessuhren und -armbänder arbeiten künftig so akkurat, dass sie die körperliche (und laut Gartner auch die geistige) Gesundheit sehr gut nachvollziehen können. Auch zum Nutzen der Arbeitgeber: Die seien dann in der Lage, das Stress- oder Müdigkeitsniveau ihrer Beschäftigten zu ermitteln und wenn nötig Vorbeugemaßnahmen zu ergreifen. Vor allem die Deutschen erörtern gerne die Probleme und sozialen Folgen dieser Entwicklungen - in dieser Woche aber stehen eher die Chancen auf der Tagesordnung.

          Größere Bildschirme, bessere Auflösung

          In Berlin eröffnet in dieser Woche die IFA. Die Messe wirbt mit dem Slogan „Official Partner of the Future since 1924“ - und sieht sich gerne als „bedeutendste“ Konsumelektronikausstellung auf dem Globus. Den Traditionsnamen „Funkausstellung“, so hieß sie schon beim ersten Auftritt in den zwanziger Jahren, hat die IFA 2005 abgelegt. Darin spiegeln sich die gravierenden Veränderungen wider, denen die Branche in dieser Zeit ausgesetzt ist.

          Fernseher stehen in Berlin aber zunächst weiter im Mittelpunkt. Gerätetechnisch hat sich in den vergangenen zehn Jahren viel getan. Die klobigen Röhrengeräte sind fast verschwunden. Flachbild-TVs liefern heute Bilder, die so wirklichkeitsnah sind wie nie zuvor. Und doch schraubt die Industrie ständig weiter an der Schärfe. Im oberen Preissegment ist inzwischen Ultra HD die Regel. Diese „Ultra High Definition“, also eine „extrem hohe Auflösung“, bietet viermal mehr Pixel im Vergleich zum vorherigen Full-HD-Standard. In Verbindung mit HDR (High Dynamic Range) versprechen die Hersteller „beeindruckende Kontraste“, und das auf immer größeren Bildschirmen. In der Röhrenwelt waren 66 Zentimeter Diagonale viele Jahre das Nonplusultra. Solche Displays kommen dem modernen Zuschauer klein vor. Inzwischen darf es auch gerne ein Meter mehr sein.

          Einfachere Bedienung soll Fernseher attraktiver machen

          Wen das nicht interessiert, der könnte sich über eine andere Entwicklung freuen. Viele Hersteller rücken die Bedienbarkeit in den Fokus. Deutsche Anbieter wie Loewe oder Metz warben damit schon immer. Nun zieht auch die internationale Konkurrenz von Samsung bis Sony nach. Vor allem bei der Fernbedienung sehen Fachleute Nachholbedarf. Die bedeute nicht automatisch mehr Komfort, viele Funktionen würden gar nicht genutzt, kritisiert der Geschäftsführer des HiFi-Forums, Heiko Neundörfer. Samsung verspricht Besserung mit seiner „Premium Smart Remote“. Der kleine Stick hat keine Zifferntasten und greift über Bluetooth-Funk auf eine überarbeitete Oberfläche auf dem Bildschirm zu. In Deutschland besitzen inzwischen rund 98 Prozent der Haushalte mindestens ein Fernsehgerät, „viele davon sogar zwei oder mehr Geräte“, weiß der Branchenverband GFU. Insgesamt sollen es rund 75 Millionen Fernseher sein. Da könnte leicht der Eindruck entstehen, der Markt sei gesättigt. Das Gegenteil ist der Fall.

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