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Smartwatch von Asus : Edles Design für kleinen Preis

Für 199 Euro zu haben: Die Zenwatch Bild: Marco Dettweiler

Der Trend ist ungebrochen: Nun hat auch Asus auf der IFA in Berlin eine Smartwatch vorgestellt. Die „Zenwatch“ ist in einem Punkt besser als die Produkte der Konkurrenz.

          Es ist noch nicht ganz klar, wozu die Welt diese Geräte braucht. Aber nun hat auch Asus eine Smartwatch. Sie heißt Zenwatch. Diese Computeruhr hat ein Lederband, das Gehäuse ist aus Metall. Das Design erinnert stark an eine klassische Herrenuhr. Ich konnte sie für kurze Zeit in die Hand nehmen. Sie fühlt sich sehr wertig an, macht aber auch einen etwas klobigen Eindruck. Der Bildschirm ist ein Curved-Display, in diesem Fall aber nur ganz leicht gebogen.

          Der Startbildschirm kann in verschiedenen Weisen angezeigt werden: als analoge Uhr, in digitaler Form oder mit bestimmten Apps. Die Uhr muss mit einem Smartphone per Bluetooth verbunden sein. Sie kann also nicht selbständig betrieben werden. Die Verbindung ist mit jedem Smartphone möglich, das mindestens unter Android 4.3 läuft. Google Maps ist für die Navigation eingebaut.

          Es gibt auch eine Kamerafunktion. Mit der „Remote-Kamera“ lässt sich das Kamerabild vom Smartphone direkt auf das 1,6-Zoll große Display der Zenwatch übertragen.

          Die gezeigten Software-Funktionen sind eher Spielerei. So lässt sich über die Uhr das Handy finden, indem sie dieses vibrieren lässt. Anrufe, die auf das Smartphone eingehen, können ebenfalls angenommen werden. Natürlich darf auch eine Gesundheitsapp (Wellness-Manager) nicht fehlen. Die Uhr misst Puls, absolvierte Schritte, den „Entspannungslevel“ und den Kalorienverbrauch. Diese Daten können statistisch ausgewertet werden und werden dann als Grafik angezeigt.

          Unser Zwischenfazit: Die Zenwatch überzeugt - nach den ersten Eindrücken auf der Pressekonferenz - nur im Design. Die Software und ihre Funktionen enttäuschen eher und erinnern an Smartwatches vergangener Tage. Die Zenwatch soll 199 Euro kosten.

          Die Konkurrenz schläft nicht

          Bereits in der vergangenen Woche hatte Samsung seine neueste Smartwatch angekündigt - am gleichen Tag wie LG. Samsung wird sie an diesem Mittwochnachmittag zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentieren. Ebenso wird LG auf der IFA sein aktuelles Modell zeigen. Möglicherweise werden uns noch weitere Hersteller auf der Funkausstellung in Berlin mit Smartwatches überraschen. Auch Apple könnte am 9. September auf einer Veranstaltung in Cupertino das Geheimnis um seine „iWatch“ (oder wie manche vermuten „iTime“) lüften, wo sehr wahrscheinlich auch das iPhone 6 präsentiert wird.

          Was die Betriebssysteme betrifft, wird es im Vergleich zu den Smartphones noch etwas komplizierter. Einige Hersteller vertrauen Googles neuem „Android Wear“. Apple wird auf seine iWatch natürlich iOS 8 oder eine angepasste Version packen. Und Samsung geht mit seinem hauseigenen „Tizen“ bei der Gear S wieder einen Sonderweg. Allerdings muss man den Koreaner zu gute halten, dass ihre neue Smartwatch nun unabhängig von einem Smartphone betrieben werden kann.

          Wozu überhaupt eine Smartwatch?

          Seit etwa einem Jahr, als Samsung mit seiner Gear diese Gerätekategorie bekannt gemachte hatte, es aber Computeruhren von Sony und Pebble längst gab, sucht man als Nutzer weiterhin nach geeigneten Anwendungsmöglichkeiten. Die Uhren werden schlanker, schicker, schneller. Es werden mehr Apps angeboten. Einige können eigenständig betrieben werden. Die Hersteller geben sich von Version zu Version sichtlich Mühe.

          Doch es stellt sich weiterhin die Frage, warum man für Anwendungen wie Mail, SMS, Maps oder Kalender nicht einfach sein Smartphone aus der Tasche holen sollte. Denn selbst deren Displays sind offensichtlich den meisten Nutzern jetzt schon zu klein. Der Trend geht immer mehr zu den Phablets, die gerne mal bis zu sechs Zoll groß sein dürfen. Selbst Apple kann sich diesem Trend nicht widersetzen. Vermutlich wird das iPhone 6 in zwei Größen kommen. Eine davon wird wahrscheinlich deutlich über 5 Zoll einnehmen.

          Bislang mutet es eher wie eine seltsame Entwicklung an, wenn die Hersteller nun Computer anbieten, deren Bildschirm mit gewöhnlichen Fingern kaum bedienbar ist und die Bedienung per Spracheingabe recht albern aussieht. Ein echter Mehrwert besteht zurzeit nur in der sportlichen Funktionalität, dass eine Smartwatch also als Ersatz für eine Jogging-Uhr mit GPS-Modul gesehen werden kann. Da selbst ambitionierte Sportler nicht jeden Tag laufen gehen, trägt man aber die neuen Smartwatches die meiste Zeit häufig nur als Lifestyle-Produkt.

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