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Flachbild auf der IFA : Abschied vom Röhrenfernseher

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Flachbildfernseher von Samsung auf der IFA 2009 - auch da waren sie schon angesagt Bild: ddp

Zur 50. Internationalen Funkausstellung boomt das Geschäft: In Deutschland werden so viele Flachbildfernseher gekauft wie noch nie. Wermutstropfen für Verbraucher: Die Preise sinken nicht mehr so schnell wie früher.

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          Das Geschäft mit Flachbildfersehern boomt: Im Schnitt wird sich jeder vierte deutsche Haushalt in diesem Jahr einen neues Gerät kaufen. Die Branche ist zum Start der Funkausstellung IFA euphorisch: Deutschland sei im Flat-TV- Kaufrausch, sagt der IT-Verband Bitkom. Die Messe-Veranstalter versprechen zur 50. Auflage der IFA so viele Neuheiten wie nie zuvor. Unter dem Berliner Funkturm werden zehn Prozent mehr Aussteller erwartet.

          Es ist vor allem die Begeisterung der Verbraucher für neue Fernseher, die die Kassen der Unterhaltungselektronik-Branche klingeln lässt. In diesem Jahr sollen gut 9,6 Millionen Geräte verkauft werden, prognostiziert der Bitkom. Das ist 16 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2009. Der Umsatz steigt voraussichtlich um 11,3 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Preis der verkauften Flachbildfernseher wird zwar wieder sinken, aber diesmal voraussichtlich nur um rund 4 Prozent auf 683 Euro. In den Vorjahren waren Preisstürze im zweistelligen Prozentbereich die Regel.

          Hoffnung auf ein andauerndes Geschäft

          Die Fußball-WM kurbelte dieses Jahr die Nachfrage in Deutschland an, außerdem der Ausbau von HDTV-Übertragungen. Im ersten Halbjahr sei der Umsatz mit HD-Fernsehern um 34 Prozent in die Höhe geschossen, sagt Hans-Joachim Kamp, Vizepräsident des Elektroverbandes ZVEI und Aufsichtsrat der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu).

          Sonys Messestand im vergangenen Jahr - Flachbildfernseher boomen

          Insgesamt erwartet die gfu, dass die Verbraucher in Deutschland in diesem Jahr fast 25 Milliarden Euro für Unterhaltungselektronik ausgeben. Damit dürfte sich der Umsatz nur knapp über dem Vorjahreswert von 24,3 Milliarden Euro bewegen. Noch immer stehen laut Kamp rund 25 Millionen Röhrenfernseher in deutschen Haushalten - Grund genug, weiterhin auf ein gutes Geschäft zu hoffen. Die Nachfrage soll durch neue 3D-fähige Geräte angeheizt werden.

          Fernsehen soll interaktiv werden

          Auch das Internet soll nun in den Fernseher kommen. Die großen TV-Hersteller gehen allerdings dabei verschiedene Wege. Mit dem neuen Standard HbbTV wollen Toshiba und Philips das Fernsehen interaktiv machen. Sony bietet auf seinen Fernsehern ebenfalls Zusatzangebote an. Samsung hat über eine Kooperation mit Yahoo Online-Dienste wie einen YouTube-Zugang, Wetterprognosen und aktuelle Nachrichten im Programm.

          Auch in anderen Sparten läuft das Geschäft. Im privaten Telekommunikationsbereich kurbelte die extreme Nachfrage nach Smartphones das Geschäft an. Hier verzeichnet die Branche ein Umsatzplus von 102 Prozent

          Relativ stabil sind die Aussichten für elektronische Haushaltsgeräte, die inzwischen fest zum IFA-Programm gehören. „Wir erwarten im Bereich der Großgeräte ein stabiles Marktvolumen in Höhe von sieben Milliarden Euro“, sagte Kamp. Der Markt für Kleingeräte werde um rund zwei Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Euro zulegen.

          Mehr Raum für Trends

          In einem neuen Ausstellungsbereich, der „iZone“, wird die IFA App-Entwicklern und Herstellern Raum bieten. Allerdings ist der iPhone- und Computer-Hersteller Apple selbst nicht anwesend. Für E-Book-Lesegeräte und das iPad ist der Sonderbereich „eLibrary“ reserviert.

          Bereits 1000 Quadratmeter Nettofläche hat die IFA nach eigenen Angaben an mehr als 40 Aussteller aus allen Bereichen vermietet. Zu sehen sind außerdem neue Notebooks, Digitalkameras, diverses Zubehör, Audio-Anlagen, Beamer und Speicherlösungen für die heimischen digitalen Bibliotheken.

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