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Externe Festplatten : Keine Ausreden in Sachen Datensicherheit

Große Auswahl an kleinen Preisen: externe Festplatten Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Externe Festplatten sind verdammt günstig und bieten enorm viel Speicherplatz für eine komfortable Datensicherung. Abgesehen davon, dass man seine Daten ungern einem No-Name-Hersteller anvertraut, sollte man sich die Technik anschauen.

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          Immer mehr Speicherplatz und immer kleiner: Noch nie war es so einfach und so günstig, seine Rechnerdaten auf einer externen Festplatte zu sichern. Das Problem der Datensicherung hat die PC-Gemeinde jahrzehntelang beschäftigt. Anfangs waren Festplatten horrend teuer (unsere erste mit 10 Megabyte kostete 1000 Mark), groß und laut. Zur Sicherung der wichtigsten Festplatten-Daten verwendete man damals Bandlaufwerke, jedes Backup war ein langwieriger und aufwendiger Vorgang. Später kamen die beschreibbare CD und DVD, doch die digitale Fotografie forderte mehr Speicherplatz. Mit der aktuellen Festplattengeneration gibt es nun keine Ausreden mehr in Sachen Datensicherheit: In den großen Elektronikkaufhäusern sind externe 3,5-Zoll-Festplatten mit Kapazitäten zwischen 500 Gigabyte und 1,5 Terabyte schon für 80 Euro zu haben. Die kleinen Modelle im 2,5-Zoll-Format mit einem Fassungsvermögen bis 500 Gigabyte sind nur unwesentlich teurer (100 bis 150 Euro) und passen in die Jackentasche.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Lage hat sich also grundlegend geändert: Hatte man früher nie genug Platz, gibt es heute Speicherkapazität im Überfluss. Wir kennen niemanden, der mit seinen privaten Daten auch nur annähernd an 500 Gigabyte herankäme. Das wären bei einem sehr ambitionierten Hobby-Fotografen mehrere hunderttausend Aufnahmen und bei einem Musikliebhaber Abertausende von Alben im MP3-Format. Bei der Anschaffung einer externen Festplatte kann jedoch ein Blick auf die Details nicht schaden.

          Nur ungern einem No-Name-Hersteller anvertrauen

          Einmal davon abgesehen, dass man seine wertvollen Daten nur ungern einem No-Name-Hersteller anvertraut, sollte man einen Blick auf die Technik werfen. Bei den kleinen 2,5-Zoll-Festplatten ist die Sache einfach: Man bekommt einen USB-2.0-Anschluss, die Stromversorgung übernimmt der PC über das USB-Kabel, nicht einmal ein Ein-und-Aus-Schalter ist erforderlich. Vorsicht jedoch: Manche Kandidaten aus der 2,5er-Liga sind so stromhungrig, dass sie mit einem Y-Kabel gleich zwei USB-Ports beanspruchen. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit den „My Passport Essential“-Modellen von Western Digital gemacht, die nahezu lautlos arbeiten.

          Die 3,5-Zöller benötigen ausnahmslos eine externe Stromversorgung, also ein Netzteil. Hier besteht die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Anschlussmöglichkeiten. Das uralte USB 1.1, das bis 2003 zum Einsatz kam, erreichte beim Kopieren von Dateien eine Geschwindigkeit von bis zu 1,5 Megabyte je Sekunde. Alle neueren Produkte arbeiten mit USB 2.0, das eine realistische Datenübertragungsrate von 30 Megabyte je Sekunde erzielt. Nicht alle USB-2.0-Geräte erreichen dieses Tempo, die flotten Flitzer sind mit „USB Hi-Speed“ gekennzeichnet.

          Schneller mit USB-Version 3.0

          Noch mehr Geschwindigkeit verspricht die nächste USB-Version 3.0 mit Raten bis zu 125 Megabyte in der Sekunde. Die ersten Produkte werden im kommenden Jahr erwartet. USB-3.0-Buchsen stellen zudem mehr Strom für die angeschlossene Peripherie zur Verfügung. Derzeit sind aber alle aktuellen Festplatten deutlich schneller als USB 2.0. Deshalb rüsten immer mehr Hersteller ihre Desktop-PCs und Notebooks mit einer E-Sata-Schnittstelle aus. Dann bremst keine Umwandlungselektronik den Datentransfer, das Tempo einer externen E-Sata-Festplatte liegt folglich auf dem Niveau einer eingebauten Platte, nämlich bei rund 90 bis 125 Megabyte je Sekunde. Bei Aldi-Rechnern ist die E-Sata-Schnittstelle in dem ungemein praktischen „Datenhafen“ enthalten. Die Mulde an der Oberseite des PCs nimmt die Festplatte auf, und mit einem beherzten Ruck verbindet man sie mit Stromversorgung und Schnittstelle. Allerdings passen hier nur die betreffenden Festplatten von Aldi, das heißt seines Hauslieferanten Medion. Aber die Idee ist pfiffig.

          Wer mit einem Apple-Rechner arbeitet, nimmt meist Firewire. Das ältere Protokoll hat seinen Zusatz „400“ von der theoretischen Maximalgeschwindigkeit, die 400 Megabit je Sekunde beträgt. Der tatsächliche Durchsatz liegt indes bei rund 30 Megabyte in der Sekunde, also Gleichauf mit USB 2.0. Bei den neueren Macs kommt Firewire 800 mit 45 Megabyte je Sekunde zum Einsatz, etwas weniger Tempo als bei E-Sata. Wer ein externes USB-Medium für den Mac erwirbt, sollte auf der Verpackung nach einem Apple-Logo suchen. Dann ist die Festplatte mit dem älteren Fat32-Dateisystem formatiert und lässt sich problemlos am Mac verwenden.

          Unentgeltliche Software zur Datensynchronisation

          Ein nett gemeintes Extra auf vielen externen Festplatten ist unentgeltliche Software zur Datensynchronisation und Verschlüsselung. Wir meinen, dass man davon die Finger lassen sollte. Denn schließlich will man ja überall und an jedem PC auf das externe Medium zugreifen. Und wie die Software komprimiert und wie sicher die Verschlüsselung ist, das erfährt man nicht. Wer neugierige Blicke auf seine Dateien vermeiden will, nehme das Open-Source-Programm Truecrypt (www.truecrypt.org), dessen Quellcode offen und für jedermann einsehbar ist.

          Wireless-USB für eine kabellose Datenverbindung zwischen zwei Geräten ist eine weitere Zukunftsidee. In den Vereinigten Staaten gibt es einige wenige Produkte von Lenovo, Dell, D-Link und Belkin. Ganz kabellos funktioniert das Ganze leider nicht, weil ein „Wireless USB Hub“ zwischen beide USB-Partner geschaltet ist. Auch ist hier eine Stromversorgung der angeschlossenen Geräte nicht möglich. Bei einer Distanz von bis zu drei Meter soll das Tempo von USB 2.0 erreicht werden.

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