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IFA 2006 : Die multimedialen Alleskönner kommen

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Wenn am Freitag in Berlin die Internationale Funkausstellung (IFA) beginnt, bekommen Technikfreaks vor allem eines zu sehen: Geräte, die alles können. Und die sich am besten noch mit herumtragen lassen. Ein Überblick.

          Auf der IFA geht nichts über multimediale Vielfalt: Handys, die den Stadtplan ersetzen, Fernseher mit eingebautem Festplattenrekordern und Navigatiosgeräte, die auch Musik spielen. Am beliebtesten sind derzeit die Geräte, die man immer mit sich tragen kann. Ihr Umsatz ist im vergangenen Jahr um 50 Prozent in die Höhe geschossen - und Experten gehen davon aus, daß der Boom vorerst halten wird. Alles zur Internationalen Funkausstellung: FAZ.NET-Sonderseite IFA 2006

          Alles für unterwegs

          In Zukunft gibt es weniger Gründe, zu Hause zu bleiben, denn Unterwegssein wird immer unterhaltsamer. Fürs Auto gibt es Multimedia-Geräte, für die der Begriff „Autoradio“ überholt scheint; die mobilen Alleskönner bieten USB-Anschlüsse, an die sich Festplatten oder USB-Sticks anschließen lassen und so unbegrenzten Musikgenuß ermöglichen. Und DVD-Player und Farbbildschirme, die unterwegs für multimediale Unterhaltung sorgen. Auch Navigationssysteme bieten jetzt mehr als nur Orientierung; die neuesten Modelle können Musik oder sogar Videos abspielen.

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          Manche ersetzen auch die Handy-Freisprechanlage. Auch Fernsehhandys sind nach der WM-Testphase jetzt erstmals serienreif. Zwei Rundfunkstandards können das Mobil-TV übertragen; DMB (Digital Multimedia Broadcasting), das die Signale des digitalen Radios nutzt, und DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handhelds), eine Weiterentwicklung des digitalen Fernsehens DVB-T. DVB-H wird allerdings nicht vor 2008 in Betrieb genommen. Und mit DMB können bislang nur ZDF und n-24 live empfangen werden. Von MTV gibt es Programmitschnitte aufs Handy. Und das bisher auch nur in Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Köln, München und Nürnberg.

          Alles im Blick

          Das Handy als Digitalkamera und MP3-Player - das war gestern. Das angesagte Gerät von heute nimmt auch Videofilme auf. Etwa das neue N93 von Nokia mit 3,2-Megapixel-Kamera und 50 Megabyte Speicher. Wer längere Filme drehen will, ergänzt den finnischen Alleskönner mit zusätzlichen Speicherkarten.

          Noch kann das Video-Handy den herkömmlichen Camcorder in Sachen Bildqualität nicht ersetzen. Aber für spontane Party-Filmchen ist das N93 optimal. Und Nokia spendiert den Käufern des 700-Euro-Geräts sogar eine erstklassige Videoschnitt-Software (Adobe Premiere Elements 2.0). Wer ganz auf Qualität setzt, entdeckt auf der IFA etliche HD-Camcorder: gerüstet für hochauflösende Videos, genau die richtigen Geräte für den stolzen HDTV-Nutzer. Noch fehlen allerdings günstige Brenner für die eigenen HD-Videos.

          Alles vernetzt

          Fernseher, Internet, Musik, Video und Foto; die neuen MultimediaCenter können alles. So kann sich jeder die gesamte Welt der Unterhaltung ins Wohnzimmer und überall sonst ins Haus holen. Die Allroundtalente können auch in das kabellose Heimnetzwerk eingebunden werden. Besonders komfortabel: Die Follow-me-TV-Taste des Media-Centers von Fujitsu-Siemens. Mit ihr läßt sich eine laufende Sendung nahtlos in einem anderen Raum weiterschauen, weil sowohl Fernsehprogramme als auch Videoaufzeichnungen an andere Bildschirme im Haus gesendet werden können.

          Und auch vor Strippengewirr im vernetzten Heim braucht niemand mehr Angst zu haben. Neue Lautsprechersysteme, etwa von Grundig, sind drahtlos. Sie empfangen Funksignale von einem Sender am Abspielgerät. Die Übertragung reicht bis zu 100 Meter weit in die letzte Ecke des Hauses.

          Alles für Heimkino

          Für Filmgenuß in Kinoqualität braucht bald niemand mehr sein Haus zu verlassen. Der neueste Prototyp eines LCD-Bildschirms von Samsung hat eine Diagonale von 1,77 Meter. Doch nicht nur die Dimensionen werden größer, auch die Qualität der Bilder nimmt zu. Wichtiges Schlagwort: HDTV. Das steht für hochauflösendes Fernsehen in Qualität, die fünfmal höher ist als die übliche Fernsehnorm PAL. Bei den neuen Fernsehgeräten ist der HD-Empfänger bereits integriert. Und mit dem eingebauten Festplattenrekorder genügt ein Tastendruck, um eine laufende Sendung aufzuzeichnen und erst später weiterzusehen. Ein LCD-Fernseher von LG ermöglicht das für 2500 Euro. Ein HD-fähiges Gerät allein ist allerdings nicht genug. Denn bislang senden nur die Sender Premiere, Pro 7 und Sat.1 in der entsprechenden Qualität.

          Die neuesten Hollywood-Blockbuster in HD-Qualität bieten demnächst die Nachfolger der DVD; die HD-DVD und die Blu-ray Disc haben mit bis zu 50 deutlich mehr Speicherkapazität als die normale DVD mit 4,7 Gigabyte. Die Abspielgeräte für die neuen Scheiben kommen im Herbst in die Läden und sind für HD ab 500 und für Blu-ray ab 1000 Euro zu haben. Und auch der Heimkino-Ton paßt sich an die verbesserte Optik an. Neue digitale Tonformate bieten Klänge in Studioqualität und sollen damit sogar das Klangvolumen vieler Kinos übertreffen.

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