https://www.faz.net/-gy9-80f3o

Identität bei Online-Diensten : Lügen erlaubt

  • -Aktualisiert am

Für Facebook werde ich in diesem Jahr 107 Jahre alt. Damit liege ich voll im Trend. Nicht etwa, dass Facebook plötzlich vom Netzwerk der Babyboomer zu einem Seniorenstift geworden wäre.

          1 Min.

          Für Facebook werde ich in diesem Jahr 107 Jahre alt. Damit liege ich voll im Trend. Nicht etwa, dass Facebook plötzlich vom Netzwerk der Babyboomer zu einem Seniorenstift geworden wäre. Es geht allein um die Altersangabe. Nach einer Studie von Symantec machen 36 Prozent aller Deutschen bewusst falsche Angaben zu ihrer Identität, wenn sie sich bei Online-Diensten anmelden. 70 Prozent der 7000 befragten Menschen erwarten, dass ihre Daten an Drittfirmen weiterverkauft werden. Die alltägliche Mogelei betrifft aber auch die Sicherheit.

          Das Geburtsdatum gehört wie der Fingerabdruck zu jenen Sicherheitsmerkmalen, die nicht ersetzbar sind, wenn zum Beispiel Unbefugte an Kontodaten gelangten. Der Geburtstag wird bei vielen Gelegenheiten zur Bestätigung der Identität verwendet. Alle Daten müssen passen. Es gibt folglich keinen Grund, bei Facebook, Google oder Twitter sein tatsächliches Geburtsdatum zu veröffentlichen. Auch die Autowerkstatt oder das Hotel kann man getrost mit falschen Zahlen füttern. Der frühere Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert riet schon vor zehn Jahren dazu, Phantasieangaben zu machen, wenn Informationen für einen Vertragsabschluss nicht unbedingt gebraucht werden. Das sollte man auch seinen Facebook-Freunden sagen. Bis jeder von ihnen am 1. Januar Geburtstag hat.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die israelische Siedlung Migron in der Westbank

          Israel und Palästina : Die Besetzung bleibt rechtswidrig

          Zumindest für den UN-Sicherheitsrat ist die Sache klar: Der Bau israelischer Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten bleibt völkerrechtswidrig – und Israel ist aufgefordert, alle Siedlungsaktivitäten einzustellen.

          Johnson gegen Corbyn : Kaum Fehler, aber auch keine Vorstöße

          Vor der Wahl in Großbritannien sind Premierminister Johnson und sein Herausforderer Jeremy Corbyn im britischen Fernsehen aufeinandergetroffen. Doch den hohen Erwartungen der Vortage konnte das TV-Duell nicht standhalten.
          Mann des Abends: Serge Gnabry

          6:1 gegen Nordirland : Deutsches Schaulaufen zum Gruppensieg

          Zum Abschluss bereitet die EM-Qualifikation doch noch unbeschwerte Freude: Gegen Nordirland gibt es einen 6:1-Sieg. Gnabry trifft dreimal, Goretzka zweimal. Zur Belohnung gibt es im Sommer drei EM-Heimspiele.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.