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Schlusslicht : Ich will raus hier!

Mountainoffice Bild: K2

Die verschärfte Form des Homeoffice ist die Messe, die nur online stattfindet. Besonders dann, wenn sich dort die Leute versammeln, die es eigentlich nach draußen zieht.

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          Stell dir vor, es ist Messe, und niemand geht hin. So war es in dieser Woche. Die Ispo fand statt, ausschließlich virtuell. Normalerweise ist die Sportartikelmesse mit Schwerpunkt Winter ein herrlich bunter Trubel im Zeichen von Fitness, Fun und Funktionsfaser. Schauen und Anfassen, Schwätzchen halten und Geschäft einfädeln, so läuft das traditionell, wenn sich in den Münchener Messehallen die Welt versammelt. Wie war es diesmal?

          Walter Wille
          Redaktion „Technik und Motor“

          Nun, wir haben uns von dem Erlebnis noch nicht so richtig erholt. Eine Online-Messe hinterlässt mental einen Kater. Wie das so ist, wenn man über mehrere Tage hinweg mutterseelenallein mit Maus und Cursor in virtuellen Schauräumen herumstochert. Wenn man ständig mit Youtube verlinkt wird und langatmige Videos beiseiteklicken muss, in denen von Passion und Innovation die Rede ist. Wenn man Trauerklößen im Homeoffice begegnet, andauernd auf Dinge stößt, die einen nicht interessieren, aber nicht findet, was man sucht. Wenn die Ödnis des Virtuellen einem den Spaß an der realen Sache raubt.

          Wo waren all die mondänen Sportmodemarken, die der Ispo Glanz und Glamour verleihen? Um sich im Internet zu präsentieren, benötigen Unternehmen nicht den Rahmen einer Messe. Das geht auch außerhalb. Mit Blizzard, Elan, Nordica, Rossignol und Scott waren einige bekannte Skihersteller dabei, nicht jedoch Völkl, Head, Fischer, K2, Atomic oder Salomon. Die Abwesenheit solcher Namen lässt sich schwer kompensieren, auch nicht durch neunmal Fuzhou, zehnmal Ningbo und neunzehnmal Xiamen. Das Eintrittsgeld betrug 49 nicht virtuelle, sondern reale Euro.

          In Erinnerung bleiben gegenseitige Beteuerungen, wie sehr man es leid sei, zu Hause zu hocken, und wie sehr man sich darauf freue, sich wieder von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen zu können. Irgendwann. Mit Maske oder ohne.

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