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Vernetzte Autos : „Big Data“ baut bald Fahrzeuge

  • -Aktualisiert am

Das Auto lenkt, der Fahrer ruht sich aus Bild: dpa/Daimler AG

Der Fahrer liest Zeitung, das Auto fährt von selbst - was nach Science Fiction klingt, soll in den nächsten Jahren Realität werden. Automatisierung ist der Branchentrend schlechthin.

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          Neben der Umweltverträglichkeit gibt es noch ein zweites großes Thema, an dem die Autoindustrie forscht: das teilautonome Fahren. Menschliches Fehlverhalten ist Studien zufolge für etwa 80 Prozent der Unfälle im Straßenverkehr verantwortlich. „Um diese Fehler zu reduzieren, gehen wir noch einen Schritt weiter als Gottlieb Daimler und arbeiten an Kutschen ohne Fahrer. Und das ist heute schon mehr als Science-Fiction“, sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche. Die neue Luxuslimousine S-Klasse sei im zähflüssigen Verkehr schon in der Lage, automatisch dem Vordermann zu folgen: bremsen, Gas geben, sogar lenken - alles automatisch. Das verringere die Zahl an Auffahrunfällen, den Kraftstoffverbrauch - und senke den Blutdruck des Fahrers.

          Der nächste Schritt in Richtung des automatisierten Fahrens wird voraussichtlich ein Autopilot für das Fahren mit höherem Tempo auf der Autobahn sein. Denn da gibt es weder Kreuzungen noch Gegenverkehr oder Fußgänger und Radfahrer. Für diesen nächsten Schritt tut sich die Autoindustrie mit „Big Data“ zusammen. Der Autozulieferer Continental will nach Informationen dieser Zeitung in Kürze eine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Suchmaschinenkonzern Google für die Entwicklung von Lösungen für das fahrerlose Autofahren besiegeln. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem global zweitgrößten Autozulieferer und dem amerikanischen Internetgiganten steht kurz vor dem Abschluss, wie aus Konzernkreisen verlautet. Neben Continental und Google ist auch der amerikanische IT-Konzern IBM daran beteiligt.

          Der Pakt zielt darauf, neuartige Lösungen für das automatisierte Fahren zu finden. Die Unternehmen wollen sich die dafür notwendigen Investitionen teilen, ebenso auch künftige Erträge. Die Kooperation könnte schon zur in dieser Woche beginnenden Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt bekanntgegeben werden. Continental wie auch Google arbeiten seit längerem an Technologien für das Autofahren, bei denen der Fahrer nicht mehr lenken muss. Google baute zahlreiche Autos entsprechend um, auch mit eigener Technik. Bei der geplanten Kooperation dürfte es insbesondere um die Kommunikation von Autos untereinander gehen, damit die Fahrzeuge automatisch auf den Verkehr reagieren und beispielsweise frühzeitig abbremsen können, wenn sie vor einem Stauende hinter der nächsten Kurve gewarnt werden. IBM dürfte innerhalb der geplanten Kooperation für die zentralen Rechner zuständig sein, welche die großen Datenmengen aus Autos empfangen, verarbeiten und aussenden.

          Schon in acht Jahren soll der Autofahrer nicht mehr lenken müssen

          Bei Continental arbeiten mehr als 1300 Forscher und Entwickler an der Zukunft des Autofahrens, das von 2025 an auch ohne den lenkenden Einfluss des Fahrers funktionieren soll. Mehr als 100 Millionen Euro im Jahr gibt der Konzern jährlich für Forschung in diesen Feldern aus. Der Autofahrer soll eines Tages während des Fahrens Zeitung lesen, E-Mails löschen oder ein Nickerchen machen können. Diese Vision wird von Google geteilt: Der Internetkonzern hat selbstfahrende Autos entwickelt, die sich mit ihrem radarähnlichen Aufbau durch die Straßen Kaliforniens und Nevadas bewegen. Mit Google holt sich Continental die Expertise für die Aufbereitung der für die Fahrzeugsteuerung erforderlichen externen Daten ins Haus. Konkret geplant ist die Einrichtung von sogenannten „Backends“ für die Kommunikation der Autos untereinander sowie mit einem zentralen Rechner.

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