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Wende zur E-Mobilität : „In Deutschland ist der Strompreis zu hoch“

Michael Lohscheller, Geschäftsführer der Opel Automotive GmbH (links), und Jürgen Klopp, Cheftrainer des FC Liverpool, auf der IAA in Frankfurt Bild: EPA

Opel-Chef Lohscheller und Liverpool-Trainer Jürgen Klopp klären im Interview, ob der neue Corsa-e ein Elektroauto für jedermann ist – und was das mit Fußball, Ladestationen und dem Strompreis in Deutschland zu tun hat.

          Herr Lohscheller, ich bin verblüfft, auf der IAA wird ja sogar noch Krawatte getragen …

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Lohscheller: … überrascht Sie das?

          Ja, schon ein wenig. Es fällt jedenfalls auf, nicht nur bei Ihnen am Stand.

          Klopp: Ist ja wirklich so, die Krawatte ist etwas aus der Mode gekommen. Ich bin auch nicht so der Krawattenträger. Aber andererseits: Wenn jetzt jemand sagt, Mensch, ich trage keine Krawatte, deswegen bin ich jetzt total modern und cool, das ist ja auch Unfug.

          Lohscheller: Außerdem ist es ja ein besonderer Tag heute …

          Klopp: … ja, wie eine Geburt, Taufe oder Hochzeit.

          Aha.

          Lohscheller: Ja, schließlich feiern wir heute hier auf der IAA fünf Weltpremieren - allen voran den neuen vollelektrischen Corsa mit 330 km Reichweite und den Grandland X Hybrid mit 59 km rein elektrischer Reichweite. Wir zeigen damit, dass wir bestens für die Zukunft gerüstet sind.

          Aber führt die Branche diese neuen Elektroautos nur deshalb ein, weil sonst die CO-2-Vorgaben nicht einzuhalten sind, oder weil Sie wirklich daran glauben?

          Lohscheller: Wir glauben nicht nur daran, wir leben die Elektrifizierung. Opel wird elektrisch. Bis 2024 werden wir ausnahmslos jedes Modell auch mit Elektrifizierung anbieten. Ohne, dass wir unsere Kunden bevormunden. Deswegen bauen wir auch weiter verbesserte Verbrennungsmotoren.  Dazu eine kleine Gesichte: Ich war kürzlich im Schloss Kronberg - für einen Vortrag am Rande eines Golfturniers. Kaum jemand dort fuhr einen Opel. Und ich komme mit dem Elektro-Corsa vorbei, und alle sagen: Was ist das für eine coole Sache? Die konnten sich gar nicht mehr von dem Auto loseisen. Jetzt der Punkt: Ich glaube, der Zeitgeist ändert sich. Die Zukunft wird andere Statussymbole bekommen als PS-Protzerei und schiere Größe. Fragen Sie doch mal junge Leute. Meine 14 Jahre alte Tochter zum Beispiel. Die findet es cool, wenn man mit einem Elektroauto kommt. Die Welt ändert sich. Die Leute wollen andere Autos. Wir liefern sie. Wird das jetzt sofort auf 100 Prozent hochlaufen? Nein aber der Trend ist ganz klar.

          Klopp: Ganz ehrlich, ich habe eher darauf gewartet, dass das mit der Elektromobilität jetzt endlich mal passiert. Den Markt konnte man doch nicht Tesla überlassen. Tesla war die ganze Zeit sowieso nur für wenige bezahlbar. Insofern würde ich die Entwicklung eher nicht als neu empfinden, denn als Notwendigkeit.

          Lohscheller: Unser neuer Corsa ist für eine weitaus größere Zahl von Kunden bezahlbar. Wir finden, er ist schön, er ist komfortabel, er ist leicht und dynamisch, das „e“‘steht nicht nur für elektrisch, sondern auch für einfach und emotional.  Damit hilft der Corsa-e, einen kleinen Teil zum notwendigen Wandel beizutragen.

          Ja, schon, aber damit kommt man ohne Aufladen zwischendurch immer noch nicht von Frankfurt nach Dortmund ins Stadion und wieder zurück.

          Klopp: Na gut, dafür gäbe es dann den Grandland X Hybrid.

          Lohscheller: Und wir haben BVB-Chef Aki Watzke auch schon gesagt, dass mehr Ladestationen am Stadion eine gute Sache wären... (Lacht.) Die Zeit ist jetzt reif für die Elektromobilität. Die Menschen sagen, wir müssen jetzt einen Beitrag leisten, und wir leisten ihn. Vor fünf Jahren war die Zeit dafür noch nicht reif, jetzt schon.

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