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Nicht gehaltene Rede : Feldmanns Coup auf der IAA

Hat gut lachen: Welchen Plan verfolgt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann? Bild: Wolfgang Eilmes

Der Verband der Automobilindustrie lädt Frankfurts Oberbürgermeister nicht als Redner auf der IAA ein. Ein Affront gegenüber der gastgebenden Stadt. Ist alles Teil eines geschickten Plans von Feldmann?

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          Es gibt halt nicht nur Schlaue, sondern auch immer noch schlauere. Schlau meinte der Verband der Automobilindustrie zu sein, als er auf die Idee verfiel, das Frankfurter Stadtoberhaupt anders als seit langem üblich nicht auf die Liste der Redner zur Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung zu setzen. Vielleicht, weil man im Verband ohnedies gerade ein bisschen durch den Wind ist und niemand auf den Gedanken kam, dass dies ein Affront gegenüber der gastgebenden Stadt wäre.

          Vielleicht, weil man darüber nachdachte, wie bescheiden die Reden des Oberbürgermeisters in intellektueller Hinsicht oft sind. Vielleicht auch, weil man ahnte, dass der Mann nur die Bühne sucht, um der Branche, wahrlich eine total originelle Idee, die Leviten zu lesen.

          Aber in diesem Verband, der ein wenig aus der Spur ist, hatte niemand damit gerechnet, dass das Frankfurter Stadtoberhaupt noch viel schlauer ist als die ganze dort versammelte Schwarmintelligenz. Indem Feldmann die nicht gehaltene Rede veröffentlichte, drehte er den Spieß einfach um. Nun stehen die vom Automobilverband wie die Deppen da, weil alle Welt meint, man habe den SPD-Politiker ausgeladen, und zwar speziell deshalb, weil er ach so kritische Worte gefunden hätte. Der Schlauere schlägt den Schlauen: So sehen Eigentore aus.

          Nicht eingeladen oder ausgeladen?

          Völlig hinten herunter fällt die Frage, ob Feldmann wirklich ausgeladen wurde oder niemals eingeladen worden war – für das Letztere spricht einiges – und auch, dass der Automobilverband ja wohl kaum gewusst haben dürfte, was Feldmann sagten würde. Festreden müssen schließlich nicht vorher zur Genehmigung eingesandt werden.

          Schön ist es immerhin, wenn sich neben all den Schlauen, die mit großer Gründlichkeit daran arbeiten, das Verhältnis zwischen dem VDA und der Stadt Frankfurt zu zerrütten, auch noch Kluge finden, man möchte sagen: Erwachsene. Dazu zählt der hessische Ministerpräsident, der an die Branche appelliert hat, die Automobilausstellung in Frankfurt fortzusetzen.

          In anderen Messeorten, in denen klügere Stadtoberhäupter regieren, wird man sich ins Fäustchen lachen, denn gewiss zieht in den VDA eines Tages wieder Klugheit ein, und es beginnt eine neue Freundschaft, anderswo. Die ganzen Schlaumeier in Frankfurt haben derweil aber auch gut zu tun: Sie können die Scherben zusammenkehren.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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