https://www.faz.net/-gy9-9r398

Bürgermeister kritisiert Autoindustrie : Die nicht gehaltene Rede der IAA

  • Aktualisiert am

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) steht nicht auf der Rednerliste der IAA. Bild: Wolfgang Eilmes

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann darf zur Eröffnung der IAA keine Rede halten. Deutliche Worte gegenüber der Autoindustrie findet er trotzdem – auf einem anderen Weg.

          1 Min.

          Zur Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) werden üblicherweise warme Worte gereicht. Bisher durfte sich immer auch der amtierende Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt in die lange Liste der Redner einreihen. Zur 68. IAA ist vieles anders: Denn in diesem Jahr soll Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann schweigen. Der lässt sich aber nicht das Wort entziehen und hat die Rede kurzerhand auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht – und darin spart er nicht mit Kritik an der Autoindustrie. Unklar ist allerdings, ob diese Rede vor oder nach der Absage seiner Teilnahme verfasst wurde.

          Frankfurt sei zwar stolz darauf, Standort der IAA zu sein, schreibt Feldmann, aber er habe schon vor zwei Jahren an gleicher Stelle einen „Wandel“ gefordert. „Konkret geht es darum, dass Menschen, die sich im guten Glauben ein Auto gekauft haben, nicht auf kaltem Wege durch Fahrverbote enteignet werden.“

          Er fordert eine Autoindustrie, die sich „gesetzeskonform“ verhält und nicht die Verantwortung für die Produkte bei den Verbrauchern ablade. Weiter ist in seinem Redemanuskript zu lesen: „Ich möchte ehrlich sein: Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs.“

          Schon vor der Veröffentlichung der Rede im Internet waren Gerüchte bekannt geworden, Feldmann, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Frankfurt GmbH ist, habe eine autokritische Rede im Gepäck. Ein Verbandssprecher sagte am Mittwoch der F.A.Z., es sei  „völlig abwegig“, dass Feldmann deswegen ausgeladen worden sei. Vielmehr sei es dem Verband darum gegangen, die Rednerliste nicht unendlich lang werden zu lassen. Geplant sind am Donnerstag Ansprachen unter anderen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

          Weitere Themen

          Künstliche Geräusche für Elektroautos Video-Seite öffnen

          Sounddesigner tüfteln : Künstliche Geräusche für Elektroautos

          Elektroautos klingen nicht nach echtem Auto, erzeugen keine Emotionen, sagen Autonarren. Sie sind zu leise und deshalb gefährlich im Straßenverkehr, sagt die EU. Deshalb müssen neue Modelle nun bei geringem Tempo lauter werden. Mit künstlichem Sound!

          Zeichen von Verbundenheit

          IHK-Jahresempfang in Frankfurt : Zeichen von Verbundenheit

          Der neue IHK-Präsident Caspar begrüßt den Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann auf bemerkenswerte Weise. Und der Ministerpräsident hebt beim Jahresempfang der Kammer ausdrücklich einen Offenbacher hervor.

          Topmeldungen

          Neues Coronavirus : Wuhan im Ausnahmezustand

          Um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, hat China alle öffentlichen Verkehrsverbindungen in die Millionenstadt Wuhan gekappt. Wann das Reiseverbot aufgehoben wird, ist noch völlig offen.
          Sandra Maischberger begrüßte in ihrer Sendung am 22. Januar 2020 den Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke, die ARD-Moderatorin Anna Planken und den Kabarettisten Florian Schroeder (von links).

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Ein Ende mit Schrecken

          Ist unser Essen zu billig? Ist Greta Thunberg schlimmer als Donald Trump? Sandra Maischberger lässt unaufgeregt die Woche Revue passieren. Doch dann kommt Gloria von Thurn und Taxis – und sorgt für ein dickes Ende.
          Italienisch-französische Amtsüberhabe zwischen Mario Draghi und Christine Lagarde in Frankfurt

          Bundesverdienstkreuz : Sogar Hans-Werner Sinn gratuliert Mario Draghi

          Der ehemalige EZB-Präsident Mario Draghi kann sich über das Bundesverdienstkreuz freuen. Wie es vergeben wird, ist nicht ganz leicht zu überschauen. Unter seinen Kritikern weichen die Reaktionen stark voneinander ab.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.