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IAA : Im Itzi-Bitzi-Tini-Wini-Frankfurt-Strandbikini

Bild: F.A.Z.

Träume sind auf einer Autoausstellung immer erlaubt. Manche werden sogar wahr. Auf der IAA lassen sich die schönsten Modelle von heute, morgen und übermorgen bestaunen.

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          Auf Messen wie der IAA in Frankfurt lassen sich schöne Autos von heute entdecken, doch richtig spannend wird es, wenn man die von morgen in den Blick nimmt. Mal geben die Hersteller Hinweise auf das nächste Modell, mal auf das übernächste, mal toben sie sich nur aus, um die Reaktion des Publikums zu testen.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Volkswagen, zum Beispiel. Die Wolfsburger beherrschen ohnehin die Schlagzeilen mit ihrem neuen Kleinwagen Up, doch dessen Botschaft weist weit über das zweitürige Modell hinaus. Eine ganze Familie rollt da heran, sie will frisch und fröhlich sein und auch ein wenig frech.

          Der E-Up mit Elektroantrieb soll 2013 in Serie gehen, im nächsten Jahr kommt eine Version mit Erdgasantrieb (CNG), der Designer Giorgetto Giugiaro durfte einen Up für die Fahrt durch den Yachtclub aufschneiden. Und der Buggy kommt auch wieder. Herrlich. Badehose an, Itzi-Bitzi-Strandbikini-CD eingeworfen, her mit dem Surfbrett! Geboren in den sechziger Jahren, auf Basis des Käfers, aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Heute trägt der Buggy Up Leichtbaustahl, duftet nach Kalifornien und Ibiza, die örtliche Eisdiele wäre auch kein schlechter Platz. Wenn wir schon mal dort sind: Land Rover hat dem nächsten Defender das Dach abgeschnitten, nennt das zweisitzige Gebilde DC 100 Sport und macht damit Lust auf Meer.

          Wo geht's zum Strand? Der Volkswagen Buggy Up hat gute Chancen auf eine Serienfertigung
          Wo geht's zum Strand? Der Volkswagen Buggy Up hat gute Chancen auf eine Serienfertigung : Bild: Hannes Jung / F.A.Z.

          Urban Concept ist Zukunftsmusik

          Wir würden mit Buggy oder Land Rover jedenfalls lieber fahren als mit dem elektrischen Volkswagen Nils, aber der soll ja auch „eine neue Form der Minimalmobilität widerspiegeln“, wie VW sagt. Ein Einsitzer für Berufspendler. Die Studie besteht aus einer Aluminiumkarosserie mit Flügeltüren, die Räder stehen frei. Audi liefert sein Pendant mit zwei versetzt angeordneten Sitzen, die Passagiere sollten nicht allzu füllig sein, Urban Concept heißt es. Zukunftsmusik. So wie der Opel Rak E, der als Zweisitzer nur 380 Kilogramm wiegt, mit 36 kW (49 PS) 120 km/h schnell ist und mit einer Ladung 100 Kilometer weit kommen soll. Einen Blick wert ist die Art, wie sich das Raketchen von Opel öffnet, denn dabei klappt das Lenkrad weg. Der Sitz ist unbeweglich. Feststehenden Sitzen, einem aus dem Weg fahrenden Lenkrad und in der Tiefe verstellbaren Pedalen scheint die Zukunft zu gehören, so seien Leichtbaustrukturen besser zu konstruieren, heißt es aus den Entwicklungsabteilungen.

          Deutlich näher am Tagesgeschäft fährt der Toyota FT 86 II Concept, der mal einfach Celica hieß, jetzt martialische Diffusoren und Flügel am Heck trägt und tatsächlich fast so 2012 auf die Straße kommen soll - für weniger als 30.000 Euro. Das wäre ein Wort. Etwa das Doppelte wird anlegen müssen, wer den Jaguar C-X16 erwerben möchte. Unverhohlen nimmt er Anleihen am legendären E-Type, mischt diese mit modernen Formen zu einem schönen Auftritt und soll 2013 das Licht der Welt erblicken.

          Ein Händchen für Statements

          Den dicksten Auftritt leistet sich Maserati, auch diese Marke steigt nun in den Markt der Geländewagen ein. Der mächtige Kubang ist knapp fünf Meter lang und nicht zu verachten. Die Italiener haben ein Händchen dafür, Statements zu produzieren. Das haben sie schon einst mit der großen Limousine Quattroporte bewiesen. Der genaue Start des Kubang ist allerdings noch offen, derweil kann man sich die Zeit mit dem Ferrari 458 Spyder vertreiben. Der wirft in 14 Sekunden sein zweiteiliges Hardtop übers Heck, offen lassen sich die 420 kW (570 PS) sicherlich noch schöner genießen. Ob es bei 320 km/h zieht, liefern wir nach.

          Zeichen des Aufbruchs stehen bei Volvo, Ford und Skoda. Die Schweden unter chinesischem Dach haben von Audi abgeschaut und eine Coupé-Limousine dabei. 4,95 Meter lang ist das rollende Statussymbol. Serie? Mal sehen. Jedenfalls probt Volvo den Einsatz von Touchpads, weil die Bedienung moderner Autos zu kompliziert geworden sei. Kameras wachen über den Innenraum und schalten alles Unnötige dunkel. Bewegt der Fahrer die Hand Richtung Schirm, erwacht das Touchpad. Die Hand der Beifahrerin löst zusätzliche Funktionen aus, die dem Fahrer verborgen bleiben. Da wird doch jeder Gleichstellungsbeauftragte verrückt.

          Ford auf interessantem Wege

          Ford weist mit dem Evos in eine Zukunft, die noch dynamischer sein soll. Er trägt das neue Markengesicht und die Botschaft ins Land, dass Ford auf interessantem Wege ist. Ganz im erfolgreich-unaufgeregten Stil präsentiert indes Skoda seinen Mission L, der 2012 auf den Markt kommen soll, sich zwischen Fabia und Octavia einsortiert und mit einem Preis von 13.000 bis 14.000 Euro für ziemlichen Wirbel in der Klasse der Limousinen sorgen wird. Zumal noch eine sportlich-elegant angehauchte Variante mit schrägem Heck nachgeschoben wird.

          Jetzt wäre noch Platz für einen Tipp des Tages und ein Lebenszeichen. Ersterer ist der Stand von Kia: Was die Koreaner aus Blech machen, ist aller Aufmerksamkeit wert. Ein Lebenszeichen haben wir auf dem Stand von Seat entdeckt. Der IBL ist endlich mal kein abgelegter Audi, sondern eine rassig gezeichnete, 4,67 Meter lange und 1,85 Meter breite Limousine. Den Angaben der Spanier zufolge nimmt sie zwar kein konkretes Modell vorweg, aber die Front dürfte im kommenden Jahr am neuen Leon zu bewundern sein. Wenigstens etwas.

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