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IAA im Aufbau : Messe Stand heute

  • -Aktualisiert am

Ein futuristischer Messestand wird ganz klassisch geplant und gebaut. Bild: Daimler

Lichter Bau und digitale Inszenierung statt kompletter Rückzug: Mercedes-Benz kommt mit einem neuen Konzept zur IAA. Ein Besuch mit Helm und Hammer.

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          Alles neu bei Mercedes-Benz auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main? Tatsächlich hat die Stuttgarter Marke ihren Auftritt in der Festhalle umgekrempelt. Statt klassischer Autoschau erwartet die Besucher nun die Inszenierung künftiger Mobilitätswelten mit viel Emotion. Als Bühne dafür dient eine abstrahierte urbane Kulisse: Aufeinander gestapelte und gegeneinander verschobene Kuben mit Fronten aus 600 Quadratmeter LED-Leinwand und mit verschiedenen Erlebnisbereichen auf vier Etagen.

          Das Ganze bietet jede Menge social-media-tauglicher Motive. Besonders atemraubend ist der Selfie-Blick aus dem transparenten Balkon, der hoch oben über der Grundfläche der Festhalle schwebt. 6200 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfasst die Konstruktion, sagt Bettina Fetzer, Marketingchefin Mercedes-Benz Cars, während der Baustellenbegehung. Das ist rund dreimal so viel Fläche, wie das Unternehmen für seine klassische Fahrzeugpräsentation vorgesehen hat. Diese findet 2019 komplett in dem der Festhalle vorgelagerten Forum statt - um es freundlich zu sagen, konzentriert auf 2600 Quadratmeter Fläche.

          Die Innenarchitektur des Forums macht deutlich, welche Marke wo zu Hause ist. AMG beispielsweise leuchtet tiefrot, EQ (zuständig für die elektrische Mobilität) strahlt ein kühles Blau aus. Und über die Rückwand zieht sich die Skulptur des „Silver Flow“ von Mercedes-Benz. Auf dieser Fläche sollen sich die Besucher während der IAA dicht um die Fahrzeuge drängen können.

          Zur Verwirklichung braucht es eine Menge Stahl und Holz, Tausende Schrauben, eimerweise Wandfarbe und vieles andere mehr. Bilderstrecke

          Nebenan in der Festhalle muss sich das Automobil seine angestammte Hauptrolle in dem mehrstöckigen Messestand mit Gefühlen und mit digital vernetzten Erlebniswelten teilen. Dabei tritt es teilweise sogar einen Schritt zurück. Die Zukunft der intuitiven Steuerung des Fahrzeugs zeigt beispielsweise ein Raum, der ganz dem System MBUX und seinen Schnittstellen zu anderen digitalen Mobilitätsanwendungen gewidmet ist. In Szene gesetzt wird die Lösung nicht anders als eine High-End-Spielekonsole.

          Auch sonst gibt es in den vier Bereichen viel Digitales zu sehen, hören und fühlen. Augmented Reality gewährt beim Elektrofahrzeug EQC Einblicke in die Technik unter dem Blech. Und im Raum „Energize“ kann sich der Besucher den Puls messen lassen – die Farb- und Lichtstimmung reagiert dann automatisch darauf. Dass die IAA durch dieses Konzept näher an Formate wie das Festival „South By Southwest“ (SXSW) und die CES rückt, bestätigt Fetzer, wenn sie von „effizienten Plattformen“ spricht, um die Marke „bunt und vielfältig“ zu präsentieren.

          Das meiste davon wird zugeliefert

          Und doch ist natürlich nicht alles völlig neu. Denn auch ein so futuristischer Messestand wird ganz klassisch geplant und gebaut. Zur Verwirklichung braucht es eine Menge Stahl und Holz, Tausende Schrauben, eimerweise Wandfarbe und vieles andere mehr. Das meiste davon wird zugeliefert. Denn das Unternehmen hält sein eigenes Messelager in Neuhausen auf den Fildern schlank, sagt Karsten Mayer. Als Leiter „Brand Experience Platforms“ ist er für den Messeauftritt verantwortlich. Die tragende Stahlkonstruktion zum Beispiel besteht aus Standardelementen, die für die Messe geliehen werden. Insbesondere markenbezogene Bauteile und Möbel bringt Mercedes-Benz selbst mit auf die Messe.

          Was in diesem Jahr fehlen wird, sind die früher üblichen Kartons voller Prospekte. Denn die Information über die Fahrzeuge hat Mercedes-Benz auf ein papierloses Verfahren umgestellt. Die Mitarbeiter schicken den Standbesuchern bei Interesse die Dokumente in das Wallet der digitalen Endgeräte. Das passt zu einem Standkonzept, das konsequent auf die Reichweite sozialer Medien setzt.

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