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IAA : BMW will sich nicht aufs E-Auto festlegen

Oliver Zipse auf der IAA Bild: Reuters

VW-Chef Diess hat das Elektroauto als „alternativlos“ deklariert. Sein früherer BMW-Kollege Zipse sieht das anders und schielt vor allem auf die Brennstoffzelle.

          2 Min.

          Es war sein erster öffentlicher Auftritt als BMW-Chef, und Oliver Zipse blieb ganz auf der Linie seines Vorgängers Harald Krüger. Zipse, vor wenigen Wochen noch Produktionsvorstand, stellte am Dienstag auf der IAA einen BMW X5 vor, der mit der Brennstoffzellen-Technologie aufgerüstet wurde. Die Botschaft war die seines Vorgängers:

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Der Münchner Konzern wird sich nicht darauf festlegen, ob seine Autos künftig mit Benzin und Diesel, Strom oder Wasserstoff fahren. Oder wie es Zipse sagte: „Wir werden in der Lage sein, unseren Kunden alle relevanten Antriebsarten anzubieten: konventionelle Motoren, die Maßstäbe bei Effizienz setzen, batterieelektrische Antriebe sowie Plug-in-Hybride und in Zukunft auch die Wasserstoff-Brennstoffzelle.“

          Der jetzt vorgestellte Brennstoffzellen-X5 – BMW nennt ihn „i Hydrogen Next“ – soll von 2022 an in einer Kleinserie gebaut und von 2025 an in größerer Stückzahl an interessierte Kunden ausgeliefert werden. Mit diesem Plan grenzt sich Zipse von seinem früheren BMW-Kollegen und heutigen Volkswagen-Chef Herbert Diess ab.

          Lange Forschungs- und Entwicklungshistorie

          Dieser hatte zur Eröffnung der IAA das Elektroauto als „alternativlos“ deklariert: „Wasserstoff wird erst in zehn Jahren interessant“, sagte Diess. Es gebe für die Herstellung von Wasserstoff zu wenig Ökostrom, keine passende Infrastruktur und zudem seien die Autos zu teuer.

          BMW-Chef Zipse kennt diese Einwände. Bisher ist die mehrere Zehntausend Euro teure Brennstoffzelle viel zu kostspielig, und sie für den Massenmarkt geeignet ist, muss ein Tankstellennetz aufgebaut werden. Derzeit gibt es hierzulande erst wenige Dutzend Zapfsäulen. An diesen wird ein Brennstoffzellen-Fahrzeug aber wie ein konventionelles Auto in rund vier Minuten betankt.

          Zipse kann zudem auf die lange Forschungs- und Entwicklungshistorie des eigenen Hauses verweisen – und auf eine seit sechs Jahren bestehende Kooperation mit Toyota. Bayern und Japaner arbeiten gemeinsam an Brennstoffzellen-Antrieben für Fahrzeuge verschiedener Klassen. Die Praxistauglichkeit demonstrierte BMW 2015 in einer kleinen Flotte von 5er-GT-Lomousinen, und Toyota brachte mit dem Mirai ein knapp 80.000 Euro teures Serienmodell auf den Markt, von dem in Europa immerhin mehr als 500 Exemplare verkauft wurden.

          Immer mehr Elektroversionen

          BMW-Chef Zipse hält die Brennstoffzelle für eine klimafreundliche Lösung und erwartet eine steigende Nachfrage nach dieser Technologie „in der zweiten Jahreshälfte des nächsten Jahrzehnts“.

          Bis dahin wird BMW wie die Konkurrenz immer mehr Elektroversionen seiner Modelle anbieten. Bis zum Jahr 2023 sollen es mehr als 25 elektrifizierte Fahrzeuge sein. Dieses Ziel hatte Zipses Amtsvorgänger Krüger im Juni ausgegeben.

          Der nächste Meilenstein der Elektromobilität ist für Zipse in zwei Jahren erreicht: „Bis Ende 2021 wollen wir insgesamt eine Millionen elektrifizierte Fahrzeuge auf der Straße haben“, sagte er. Neu im Angebot wird dann der vollelektrische BMW i4 sein, von dem auf der IAA ein Konzeptfahrzeug zu sehen ist.

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