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Ansage vom Opel-Chef : „Der Diesel is alive“

Fokussiert: Unter Medienvertretern zieht der neue Corsa-e viel Aufmerksamkeit auf sich – über den Markterfolg entscheiden aber die Kunden. Bild: Wonge Bergmann

Mercedes fährt lauter B-Klasse-Modelle mit Elektroantrieb vor der Festhalle auf, VW stellt den ID3 vor und Opel den neuen Corsa-e in den Vordergrund. Ein Rundgang über die IAA.

          Alles E-Autos oder was? Wer an den Pressetagen durch die Frankfurter Messehallen geht, sieht tatsächlich fast nur Neuwagen mit Elektroantrieb. Das geht am Käuferverhalten zwar völlig vorbei, doch E-Autos sind in Mode. Ob der ID3 von Marktführer Volkswagen, der neue Corsa-e von Opel oder B-Klasse-Varianten von Mercedes mit dem kleinen „e“ neben der Ziffer: Die Modelloffensive der deutschen Hersteller abseits der Verbrenner läuft auf Hochtouren. Wer nachfragt, der erfährt: Für die Publikumstage kommen schon noch Autos mit Diesel- und Benzinermotoren dazu. Denn solche Fahrzeuge kaufen die Kunden schließlich nach wie vor mehrheitlich.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Opel-Chef Michael Lohscheller weiß das natürlich. Deshalb singt er zwar das Hohelied auf den Corsa-e. Geht es nach ihm und seiner Firma, wird diese Version des Opel-Dauerläufers zum „Volkselektroauto“. Aber er weiß auch: Im Zweifel geht es nicht nach ihm – vielmehr entscheiden die Kunden über Erfolg oder Misserfolg. Lässt sich eine erkleckliche Zahl von ihnen locken zu einem schicken und recht großen Kleinwagen für knapp 30.000 Euro?

          Doppelt so teuer wie ein Verbrenner

          Dieser Preis kann sich angesichts dessen, was die Konkurrenz aufruft, gut sehen lassen. Zumal die Batterie, die bei anderen Marken für viel Geld gemietet werden muss, im Preis drin ist und die staatliche Förderung von einigen Tausend Euro abzuziehen ist. Auch spricht Lohscheller von steigendem Umweltbewusstsein in der Gesellschaft. Mit einem Elektroauto könne der Einzelne einen Beitrag zu weniger Luftverschmutzung leisten und etwas gegen den Klimawandel tun.

          Gleichwohl kostet die Benziner-Version nur etwa die Hälfte, jedenfalls in der Anschaffung. Für knapp 14.000 Euro ist ein herkömmlicher Corsa zu haben.

          Diesel von der Konzernmutter

          Lohscheller preist angesichts dessen den „Multi-Energy-Ansatz“ seines Unternehmens als „sehr klug“. Wer den Corsa mit reinem E-Motor will, kann ihn kaufen. Wer den SUV Grandland X mit Plug-in-Hybrid einem Verbrenner vorzieht, hat die Wahl. Den Corsa, der für etwa ein Viertel der Verkäufe der Marke mit dem Blitz steht, gibt es auch mit einem neuen Diesel. Das Aggregat kommt zwar nicht von Opel, aber von der Konzernmutter PSA.

          Nun verkaufen die Rüsselsheimer weniger Dieselmodelle, als so mancher Konkurrent es tut. Lohscheller beziffert den Anteil auf etwa 27 Prozent – in der Europäischen Union kommt der Diesel auf etwa 36 Prozent. Aber auch für Opel gilt nach den Worten des Chefs: „Der Diesel is alive.“

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