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Zukunft der IAA steht in Frage : Oberbürgermeister Feldmann spricht nicht zur Eröffnung

Peter Feldmann spricht 2015 auf der IAA Bild: Imago

Die IAA 2019 könnte die vorerst letzte in Frankfurt sein. Hersteller erwägen angeblich wechselnde Ausstellungsorte. Für Ärger sorgt zudem, dass der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann nicht wie üblich zur Eröffnung sprechen darf.

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          Vor der offiziellen Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA an diesem Donnerstag mehren sich die Zweifel, ob es eine weitere Motormesse in Frankfurt geben wird. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ sollen Hersteller vorgeschlagen haben, die Messe künftig an wechselnden Orten zu veranstalten, etwa in Köln und Berlin. Darüber solle am Donnerstag in einer Sitzung des Verbandes der Automobilindustrie, der die Automesse ausrichtet, gesprochen werden.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Messe steht ohnehin unter Druck, nachdem namhafte Hersteller insbesondere aus Amerika und Asien in diesem Jahr nicht nach Frankfurt kommen. Einheimische Marken wie Mercedes, BMW und Opel zeigen zwar mehrere neue Automodelle. Doch sie haben ihr Budget für ihre Auftritte sowie die Ausstellungsfläche deutlich reduziert. Zudem haben Umweltverbände Protestaktionen und Blockaden für das erste Besucherwochenende angekündigt. Ob abermals 810.000 Besucher zur IAA kommen wie vor zwei Jahren ist damit fraglich. Auf frühere Automessen wurden bis zu einer Million Menschen gezählt. Die IAA ist damit mit Abstand die wichtigste Messe für Frankfurt.

          Bisher hat der VDA auch noch nicht den Mietvertrag mit der Messegesellschaft für weitere Veranstaltungen unterzeichnet. Damit sei nicht bis zum Ende der IAA zu rechnen, teilte ein Verbandssprecher mit. Früher wurden die Verträge, die für sechs bis acht Jahre gelten, im März oder im Juli verlängert, also lange vor der Eröffnung.

          Mehrere Hersteller haben das Konzept der Ausstellung in Frage gestellt. Opel-Chef Michael Lohscheller etwa kritisierte, dass die IAA eine reine Schaumesse sei, vielmehr müssten dort Autos auch verkauft werden können. Mercedes-Marketing-Chefin Bettina Fetzer dagegen forderte, weniger Autos zu zeigen, und plädierte für mehr Erlebnisformate. Der Autohersteller richtet parallel zur IAA einen Kongress aus, auf dem über Mobilität diskutiert wird. Der VDA hatte auf die Kritik reagiert und veranstaltet seinerseits zur Messe einen Mobilitätskongress.

          Am Mittwoch wurde überdies bekannt, dass erstmals auf der Eröffnungsfeier nicht der Frankfurter Oberbürgermeister sprechen wird. Aus dem Büro von Peter Feldmann (SPD) hieß es, man habe dies vor rund zehn Tagen erfahren, begründet worden sei dies vom Verband mit Zeitmangel. Er werde nicht an der Zeremonie teilnehmen.

          Auf der Einladung zur Eröffnungsfeier von Anfang September wird Feldmann nicht aufgeführt, geplant sind demnach Reden von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), des VDA-Präsidenten Bernhard Mattes, von Waymo-Chef John Krafcik – das ist die Google-Tochter für autonomes Fahren – und von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). „Der Ministerpräsident spricht für das Land und die Stadt“, sagte ein Verbandssprecher am Mittwoch. „Die Rednerliste sollte nicht endlos lang werden.“ Es sei „völlig abwegig“, dass Feldmann ausgeladen worden sei, weil er angeblich eine autokritische Rede geplant hatte. Der Frankfurter Oberbürgermeister ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Frankfurt GmbH, die die Hallen an den VDA für die Automesse vermietet und die mit dem Verband über einen neuen Mietvertrag noch immer verhandelt. In vergangenen Jahren hatte es immer eine Rede des Stadtoberhaupts gegeben.

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