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Full Link von Seat : Mit Google oder mit Apple fahren?

Android Auto von Google im Seat Bild: Spehr

Immer mehr Smartphone-Systeme drängen ins Auto. Seat offeriert jetzt gleich vier auf einen Streich. Full Link ist ein Bordsystem, das sich automatisch anpasst.

          4 Min.

          Knifflige Frage für Neuwagenkäufer: Soll das Fahrzeug mit Google oder mit Apple fahren? Wer ist der Beste für die Smartphone-Anbindung mitsamt Navigation und Unterhaltung? Apples Car Play und Googles Android Auto heißen die rivalisierenden Erweiterungen, und man wird sich entscheiden müssen. Mit bislang einer Ausnahme: Seat hat Full Link: Ein Bordsystem, das sich automatisch anpasst. Es arbeitet mit Standards wie Mirrorlink, Car Play und Android Auto zusammen - und bietet als vierte Plattform das hauseigene Media System Plus, wenn man auf bewährten Bahnen bleiben will.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wir haben das Chamäleon im Seat Toledo ausprobiert, dort kostet die an sich unscheinbare Media-System-Plus-Anlage 690 Euro plus 170 Euro für Full Link. Das berührungsempfindliche 16,5-Zentimeter-Farbdisplay wirkt brav bis gediegen. Google und Apple verstecken sich. Erst wenn man ein Smartphone per Kabel mit der USB-Buchse des Seat verbindet, beginnt das volle Vergnügen. Zumindest mit einem iPhone. Denn Apples Car Play läuft aus dem Stand heraus problemlos, unkompliziert und mit allen Finessen, man muss nicht einmal ins Menü gehen. Vorausgesetzt, das iPhone hat mindestens die Versionskennziffer 5 und die iOS-Software 8.3 oder höher. Car Play hatten wir in „Technik & Motor“ schon vorgestellt. Sein eigenständiges Menüsystem auf dem Bordmonitor bietet eine gehobene Basisausstattung für SMS, Routenführung und Unterhaltung. Es kann nicht viel und konzentriert sich auf das Wesentliche.

          Mirrorlink, die zweite Plattform, ist ein schwierigerer Kandidat. Seine Idee besteht darin, Inhalte vom Android-Smartphone auf den Bordmonitor zu spiegeln, was jedoch während der Fahrt kaum sinnvoll erscheint. Die kleinteilige Darstellung ist schlecht ablesbar, von der Bedienung mit dem Finger nicht zu reden. Mirrorlink hat noch etliche Fehler und funktioniert nur mit wenigen Smartphones.

          So konzentrierten wir uns auf Android Auto, eine Europa-Premiere. Es ging nicht darum, mal eben mit vorbereitetem Equipment eine Runde durch die Stadt zu drehen, sondern Android Auto täglich auf unseren Strecken zu verwenden. Android Auto erfordert mindestens Android Version 5 („Lollipop“), und wie bei Apples Car Play bindet man das Smartphone per Kabel ans Fahrzeug an. Zusätzlich ist jedoch auch eine Bluetooth-Verbindung herzustellen und Android Auto aus dem Play Store zu laden. Die Ersteinrichtung war schwierig. Man sollte wissen, dass sich die Google-Software umfassende Zugriffsrechte sichert. Wer brav allem zustimmt, muss aufpassen. Denn zwischendurch wird man aufgefordert, ein kostenpflichtiges Abonnement von Google Play Musik per Fingertipp abzuschließen. Das an und für sich mühelose Verbinden des Android-Geräts via Bluetooth mit dem Bordsystem funktionierte nur nach mehrfachen Anläufen.

          Die Startprozedur dauert lange
          Die Startprozedur dauert lange : Bild: Spehr

          Das zweite Stichwort der morgendlichen Startvorbereitungen lautete: Irgendwas ist immer. Vom Gedanken, dass man mit seinem Auto unmittelbar nach dem Platznehmen losfährt, kann man sich unter Android Auto verabschieden. Häufig stürzte das Smartphone nach erfolgreicher Kabelanbindung ab, mal ließ sich Android Auto nicht starten, dann musste die Bluetooth-Kopplung wiederholt werden. Oft dauerte der morgendliche Check-in mehr als zehn Minuten. Läuft das System, zeigt sich eine Bedienoberfläche, deren Grundprinzipien von Apples Car Play übernommen wurden. Wenige Menüs, viel Spracherkennung, große Schaltflächen, reduzierter Funktionsumfang. Auf diese Weise soll die Ablenkung des Fahrers minimiert werden. Dem Wirrwarr von Android wird man also nicht ausgesetzt, es gibt eine klare Fokussierung auf Navigation, Telefonie, SMS und Musik.

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