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Daimler-Chef Zetsche : Flüchtlinge könnten Wirtschaftswunder bringen

  • Aktualisiert am

Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der IAA Bild: Reuters

Da die Flüchtlinge ihre Heimat zurückließen, seien sie hochmotiviert, so der Daimler-Chef auf der IAA. Dort stellte er seine Vision eines mitdenkenden Autos vor.

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          In den vergangenen Wochen strömten zehntausende Flüchtlinge nach Deutschland. Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht darin jedoch vor allem eines: Eine Chance für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.

          Mehr als 800.000 Menschen in Deutschland aufzunehmen, sei eine Herkulesaufgabe, sagte Zetsche am Montagabend im Vorfeld der IAA in Frankfurt. „Aber im besten Fall kann es auch eine Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder werden - so wie die Millionen von Gastarbeitern in den 50er und 60er Jahren ganz wesentlich zum Aufschwung der Bundesrepublik beigetragen haben.“

          Natürlich sei nicht jeder Flüchtling ein brillanter Ingenieur, Mechaniker oder Unternehmer, so Zetsche. Aber wer sein komplettes Leben zurücklasse, sei hoch motiviert. „Genau solche Menschen suchen wir bei Mercedes und überall in unserem Land.“ Studien zufolge drohten fast 40.000 Lehrstellen unbesetzt zu bleiben. Deshalb müssten Flüchtlinge in Deutschland willkommen geheißen werden. „Wer an die Zukunft denkt, wird sie nicht abweisen.“

          Auch andere Industriebosse hatten sich zuletzt für mehr Hilfe für Flüchtlinge ausgesprochen. Darunter Porsche-Chef Matthias Müller, der Chef des Essener Chemiekonzerns Evonik, Klaus Engel und der Post-Vorstandsvorsitze Frank Appel.

          Kunden bezahlen mit Geld, nicht mit persönlichen Daten

          Vor der Automobil-Ausstellung zeichnete Zetsche am Montag seine Zukunftsvision: „Ihr Mercedes kennt Ihren Arbeitsweg, Ihren Fahrstil, Termine, Musikgeschmack...“ Der Daimler-Chef will das Autogeschäft mit einem weitreichenden Zugriff auf persönliche Daten der Nutzer ausbauen.

          Zetsche schwebt außerdem die Auswertung von Gesundheitsdaten vor: „Allein der Autositz könnte selbständig einige Vitaldaten seines 'Besitzers' checken“ - und unterwegs zum Physiotherapeuten sein. „Zusätzlich kann das Auto je nach Blutdruck oder Pulsschlag neben der Musik auch mit Licht, Temperatur und Duft die gesamte Atmosphäre im Mercedes verändern.

          Während Google, das genauso wie Daimler an selbstfahrenden Autos arbeitet, seinen Nutzern seit Jahren verspricht, dank der Daten-Auswertung schon vor ihnen zu wissen, was sie gerade brauchen, grenzt Zetsche sich genau davon ab: „Kunden bezahlen unsere Produkte mit Geld, nicht mit persönlichen Daten. Ander als manche IT-Unternehmen sind wir deshalb nicht darauf angewiesen, aus den Daten Profit zu schlagen.“

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