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„Schau ein Dinosaurier“ : Klimaaktivisten fordern Ende der IAA

  • Aktualisiert am

Protest vor der IAA: Demonstranten fordern die Automobilindustrie auf, sich vom Verbrennungsmotor zu verabschieden (Symbolbild). Bild: dpa

Vor Beginn der Internationalen Automobil-Ausstellung rügen Klimaaktivisten die Schau grundsätzlich: „Auf der IAA werden Klimakiller gefeiert“, heißt es. Zudem werden krasse Vergleiche laut. Auch in eine Blockade geplant.

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          Die Organisatoren der Großdemonstration "#Aussteigen" haben ein Ende des Verbrennungsmotors und der Internationalen Automobil-Ausstellung gefordert. Die IAA sei ein „Dinosaurier“, sagte etwa Uwe Hiksch, Bundesvorstand der Naturfreunde Deutschlands und Anmelder des Protests. Er rechnet vorsichtig gerechnet mit mindestens 10.000 Teilnehmern. Solange die IAA so wie bisher stattfinde, werde es Proteste geben.

          Auch Marion Tiemann von Greenpeace kritisierte die Motorschau. „Auf der IAA werden Klimakiller gefeiert.“ Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, plädierte für einen „Verkaufsstopp von SUV“. Er und Tiemann verglichen Autohersteller mit Heroin- und Waffenhändlern. Statt einer Messe für Verbrennermotoren solle es lieber eine Internationale-Mobilitätsmesse in Frankfurt geben, sagte Resch.

          Die Demonstration ist als Fahrradsternfahrt am Samstag geplant, die in mehreren Städten startet und bis vor die Eingänge der IAA führen soll. Eine Gruppe verteidigte zudem die Absicht, Messetore am Sonntag zu blockieren (siehe Kasten). Und: Vor ihrem geplanten Gespräch mit VW-Chef Herbert Diess hat die Umweltaktivistin Tina Velo die Autoindustrie als „hochgradig kriminell“ bezeichnet. Sie bilde zusammen mit der Politik ein „mafiös gestricktes Konglomerat“, erklärte die Vertreterin des Aktionsbündnisses „Sand im Getriebe“.

          „SUV-Entwicklung stoppen“

          Von den Herstellern verlangen die Organisatoren einer Anti-IAA-Großdemonstration am kommenden Samstag einen umgehenden Schwenk auf Elektroautos und kleine, ressourcensparende Modelle. Die Autoindustrie müsse laufende Entwicklungen weiterer Stadtgeländewagen (SUVs) und weiterer Modelle mit Verbrennungsmotor stoppen.

          Tempolimits seien ein Gebot der Vernunft: Innerstädtisch sollten in der Regel 30 Kilometer je Stunde Höchstgeschwindigkeit gelten, außerhalb geschlossener Ortschaften 80 Kilometer je Stunde sowie auf Autobahnen 120 Kilometer je Stunde. Umwelthilfe-Chef Resch, forderte von den Autoherstellern die Kostenübernahme für Nachrüstsets bei Dieselfahrzeugen. Die Umwelthilfe hatte mit ihren Klagen verschiedene Kommunen zu verschärften Schritten zur Luftreinhaltung gezwungen.

          Die IAA wird nach zwei Pressetagen am Donnerstag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet. Zu der Großdemonstration am Samstag erwartet die Frankfurter Polizei bis zu 20.000 Teilnehmer und erhebliche Verkehrsbehinderungen. Für den 15. September ist eine Blockadeaktion unter dem Motto „Sand im Getriebe“ geplant.

          Blockade der IAA-Messetore am Sonntag

          Die Aktionsgruppe „Sand im Getriebe“ hat ihre Absicht verteidigt, am Sonntag die Zugänge zur Internationalen Automobil-Ausstellung zu blockieren. Die Mittel „zivilen Ungehorsams“ seien erlaubt, um auf die Dringlichkeit ihres Anliegens aufmerksam zu machen, sagte Tina Velo, Sprecherin des Bündnisses. Es gehe darum Aufmerksamkeit zu erregen. Die Aktion richte sich angeblich nicht gegen Besucher. „Die können ja an einem anderen Tag die Messe besuchen.“ Sie sagte, dass es keine Gewalt gegen Personen und keine Beschädigung „materieller Infrastruktur“ geben solle. Auf sie Frage, ob das  auch Beschädigung  von Fahrzeugen ausgeschließen, sagte sie: „Das ist nicht unsere Aktionsform.“ Tina Velo verwendet nach eigenen Angaben ein Pseudonym, um sich vor Anfeindungen im Internet zu schützen. (fahe.)

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