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Konzerne einigen sich : Tankstellennetz für Brennstoffzellenautos geplant

Volltanken für 32,50 Euro? Dieter Zetsche glaubt an die Zukunft der Brennstoffzelle Bild: AP

In Deutschland soll bis zum Jahr 2015 ein flächendeckendes Netz von Tankstellen existieren, an denen Wasserstoff getankt werden kann. Im Gegensatz zu Amerika sehen deutsche Unternehmen in der Brennstoffzelle eine zukunftsweisende Antriebstechnologie.

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          In Deutschland soll bis zum Jahr 2015 ein flächendeckendes Netz von Tankstellen existieren, an denen Wasserstoff getankt werden kann. Auf diese Weise soll die Brennstoffzelle als Antrieb für Personenwagen marktfähig gemacht werden. Dies ist der Inhalt einer Absichtserklärung, die in Berlin unterzeichnet wurde. Partner der Initiative mit dem Namen „H2 Mobility“ sind Daimler, der Gasespezialist Linde, die Energieversorger EnBW und Vattenfall, die Mineralölkonzerne OMV, Shell und Total, sowie die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH).

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          In einem ersten Schritt verpflichten sich die Konzerne, bis zum Jahr 2011 das Netz der aktuell 30 Wasserstoff-Tankstellen nahezu zu verdoppeln. Wenn sich das Projekt positiv entwickle, soll der Ausbau solcher Stationen großflächig fortgesetzt werden. Für die Abdeckung einer Großstadt gelten derzeit fünf bis zehn Tankstellen als ausreichend.

          Amerika sieht in der Brennstoffzelle keine Zukunft

          Es handele sich um ein „zugegeben ehrgeiziges Ziel“, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). „Es ist nur ein kleines Papier, aber es ist ein großer Schritt, den wir mit der Unterzeichnung dieses Papiers gehen.“ Deutschland solle zum Marktführer für moderne Antriebstechnologien werde. Die Errichtung der Infrastruktur wird mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II gefördert.

          Dagegen sieht Amerika in der Brennstoffzelle offenbar keine Zukunft. Energieminister Steven Chu hatte im Juli erklärt, er wolle die Ausgaben für Forschung und Entwicklung dieser Antriebstechnik drastisch beschneiden. Die „H2 Mobility“-Initiative kann dennoch mit internationaler Schützenhilfe aus der Autoindustrie rechnen, denn Daimler treibt die Brennstoffzellen-Technologie nicht allein voran.

          Preise für das Tanken sind noch offen

          Zwar hat der Stuttgarter Konzern schon rund eine Milliarde Euro in die Erforschung dieser Antriebsform investiert und mit mehr als 100 Fahrzeugen 4,5 Millionen Testkilometer absolviert, aber andere Autohersteller sind ebenfalls aktiv. So haben schon Ford, General Motors, Opel, Honda, Hyundai, Kia, Renault, Nissan und Toyota eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, wonach bis 2015 die marktreife Entwicklung von Brennstoffzellenautos angestrebt werde.

          Der Vorteil von Brennstoffzellenautos liegt darin, dass sie lokal emissionsfrei sind. Der Wasserstoff wiederum kann aus regenerativen Energien – zum Beispiel durch Photovoltaik – hergestellt werden. Der Wasserstoff erzeugt mit Hilfe der Brennstoffzellen Strom, der den Motor des Autos antreibt. Noch ist offen, wie teuer das Tanken von Wasserstoff künftig sein wird. Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche, der zur Pressekonferenz gemeinsam mit Tiefensee in einem Brennstoffzellenauto vorfuhr, berichtete, er habe für 32,50 Euro vollgetankt. Daimler präsentiert bei der Automesse IAA in Frankfurt in der kommenden Woche eine Brennstoffzellen-Version der Mercedes B-Klasse, von der noch in diesem Jahr rund 200 Stück produziert werden sollen. Das erste Brennstoffzellenfahrzeug hat Daimler schon 1994 vorgestellt.

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