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Studien auf der IAA : Nur das Fahrrad ist noch sparsamer

  • -Aktualisiert am

Formatfüllend: Die Studie F 700 von Mercedes-Benz ist mehr als fünf Meter lang Bild: F.A.Z./Boris Schmidt

Auch das ist die IAA: ein Tummelplatz der Hoffnungen. Aus dem großen Kessel bunter Zukunftstechnik haben wir für den näheren Blick drei Studien-Ansätze mit deutscher Herkunft herausgepickt: Den „Flextreme“ von Opel, den „Active Hybrid“ von BMW und die Studie F 700 von Mercedes-Benz.

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          Die kommenden Jahre werden für die Autoindustrie keine goldenen. Es werden grüne oder blaue: Die am vergangenen Wochenende für das Publikum eröffnete 62. IAA hat im Vergleich zu ihren Vorgängern an Attraktivität nichts eingebüßt. Im Gegenteil. Die Diskussion um den (tatsächlichen oder vermeintlichen) Klimawandel hat die ohnehin bereits angeschobene Umwelt-Technik auf Rädern beschleunigt, Geduld ist dennoch vonnöten, und gleichzeitig gibt es noch genügend Objekte der Begierde, denen man mit pochendem Puls und dem verklärten Blick des Träumers über die Flanken streichen kann. Niemandem muss vor der Realität des schadstoffärmeren, mit noch geringerem Verbrauch oder mit alternativen Energien betriebenen Autos bange sein. Auch das ist diese IAA: ein Tummelplatz der Hoffnungen. Vielleicht werden dereinst auch die zahmsten Elektroautos auf Knopfdruck elektronisch erzeugten Auspuff-Sound von sich geben dürfen.

          Aus dem großen Kessel bunter Zukunftstechnik haben wir für den näheren Blick drei Studien-Ansätze mit deutscher Herkunft herausgepickt: Opel legt sich im Rahmen der jüngsten GM-Strategie zur Verringerung von Emissionen (“Nobody can beat GM!“) für seine E-Flex-Studie Flextreme ins Zeug. Mercedes-Benz lässt von dem F 700 eine nette Flotte von „World Green Cars“ anführen. Und BMW genügt es nicht, „Efficient Dynamics“ kreiert zu haben, die Bayern haben ihr massiges Concept X6 (und da dachten wir immer, die R-Klasse von Mercedes-Benz wäre nicht mehr steigerungsfähig) auch als „Active Hybrid“ anrollen lassen.

          Die Fahrgewohnheiten müssen sich ändern

          Bei der Opel-Mutter General Motors gehört zum Silberstreifen am Horizont das Vorantreiben von Techniken, die den Benzinverbrauch beinahe dramatisch verringern können: Allerdings ist damit die Forderung nach einem zumindest teilweise neuen Denken bei den Käufern verbunden. Wenn sich die Zeiten des billigen Sprits ihrem Ende zuneigen, dann werden sich auch Fahrgewohnheiten ändern müssen. Flexibel muss der Fahrer des Flextreme sein, er fährt mit Strom und Batterie, mit Benzin oder mit E85, einer Mischung aus Ethanol und Benzin, oder er vertraut sich dem Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb (mit Elektromotor) an. Diese Varianten hatte GM bereits auf den Autoausstellungen in Detroit und in Schanghai gezeigt, und in Frankfurt darf Opel mitmischen: Deren Flextreme hat einen Elektro- und einen Dieselmotor an Bord. Der E-Antrieb holt seine Energie aus einer Lithium-Ionen-Batterie, sie hält eine Reichweite von 55 Kilometer im reinen Strom-Betrieb bereit.

          Die neue Linie aus Rüsselsheim: Der Flextreme kann nicht nur elektrisch fahren, er zeigt auch, wie ein neuer, großer Opel aussehen könnte

          Opel sagt dazu: „Den meisten Berufspendlern in Europa würde die 55-Kilometer-Reichweite eines voll aufgeladenen Flextreme genügen.“ Für längere Strecken springt ein 1,3-Liter-Diesel ein, der bei Bedarf Strom erzeugt und so die Reichweite erhöht. Aufladen kann man den Flextreme an einer Haushaltssteckdose, in vollem Saft stehen die Batterien nach drei Stunden. Aus der flexibel arbeitenden Kombination unterschiedlicher Motoren errechnet sich für den viersitzigen und mit einem Unterflur-Gepäckraum aufwartenden Flextreme eine ungewöhnlich niedrige Kohlendioxidabgabe: „Nach dem europäischen Fahrzyklus für Plug-In-Elektroautos sind für den Flextreme Emissionswerte von weniger als 40 Gramm CO2 zu erwarten.“ Ein kleiner Clou des windschnittig gezeichneten und futuristisch dimensionierten Flextreme verbirgt sich im Heck: Dort ist eine kleine Garage für zwei Segway-Elektroroller untergebracht, die sich automatisch aufladen und für den kleinen Ausflug in die Innenstadt bereit sind.

          Rundumschlag von Daimler

          Auf der „Road to the future“ hat Mercedes-Benz 19 Modelle auffahren lassen, deren unterschiedliche Techniken auf das Ziel der Verringerung von Schadstoffen in den Emissionen eingeschworen sind. Das schwäbische Imperium demonstrierte mit einem beeindruckenden Rundumschlag geballte Kompetenz: Sieben Hybridautos aus fünf Baureihen und ein bereits sehr seriennahes Forschungsfahrzeug sollen den auf der Straße noch erkennbaren Rückstand auf Toyota, Lexus und Co. eliminieren.

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