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Tech-Talk : Nicht von Pappe

  • -Aktualisiert am

Weg mit der Plastiktüte: Künftig landen die Hinterlassenschaften des Hundes in einer Faltschachtel aus Karton. Ob das gut geht?

          Der Test sei erfolgreich verlaufen, heißt es. Im überschaubar großen Stadtpark der südhessischen Kleinstadt hat man einen blechernen Spender aufgestellt, aus dem Hundehalter kleine Karton-Faltschachteln entnehmen können, mit deren Hilfe sie die je nach Rasse unterschiedlich großen und nach Wohlbefinden des Tiers in der Konsistenz sich ändernden Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge aufnehmen, einpacken und zum nächsten Abfalleimer transportieren können. Was ein Irrweg!

          Natürlich ist das Ansinnen zu begrüßen, endlich auch am Fuße des Odenwalds anzugehen, was mittlerweile in fast allen Gemeinden, ob groß oder klein, praktiziert wird: Hundefreunde dabei zu unterstützen, das zu tun, was eigentlich mehr als selbstverständlich ist. Doch dass man für diese leidige Tätigkeit auf Pappe setzt, ist weniger funktionalen Gegebenheiten geschuldet, sondern wird mit den arg strapazierten Argumenten der Nachhaltigkeit, des Ressourcenschutzes, der Kreislaufführung und des Klimaschutzes begründet. Kunststoff, sprich Plastik, geht eben gar nicht, obwohl dieser Werkstoff mit so unendlich vielen nützlichen Eigenschaften überzeugt, so dass er etwa in der Medizintechnik, bei Textilien und im Automobilbau unverzichtbar geworden ist.

          Kein Kreislaufpatient springt von der Trage, weil ihm eine Infusion aus einem Kunststoffbeutel verabreicht werden soll. Nur ausgedientes Plastikmaterial nach dem Produktleben unkontrolliert in die Landschaft zu werfen, bei uns oder auch anderswo, muss natürlich konsequent vermieden werden, wie das achtlose Liegenlassen von müffelnden Hundehaufen. Doch hilft dabei deutlich besser ein dichter, reißfester Beutel aus Kunststoff als eine luftige Faltschachtel aus Pappe oder Karton. Den Plastiksack kann man zuknoten und ein Stück des Weges mitschleppen, bis ein Abfalleimer auftaucht. Besteht der Beutel zudem aus recyceltem Kunststoff, freuen sich Natur und Hundebesitzer. Auch muss dann der Beutel keineswegs hauchdünn sein. Nein, reißfest muss er sein.

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