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HTML 5 : Wie vom Flash getroffen

  • -Aktualisiert am

Bild: Andre Laame

Nach dem „Aus“ von Flash für Mobilgeräte rückt HTML 5 stärker in den Blick: ein offener Standard für das Internet der Zukunft. Aber es gibt Zweifel.

          Smartphones und Tablet-PC sind derzeit in Mode. Mit ihnen liest man Nachrichten und Websites, studiert neue Angebote und verfolgt das Weltgeschehen. Den Verlagen und Medienhäusern machen die neuen Geräte indes das Leben schwer. Denn wer die statische Zeitschrift oder Zeitung ins mobile Internet bringen will, muss sie mit Videos, Animationen und interaktiven Apps anreichern. Bei diesen Extras hat lange Zeit das Flash-Format von Adobe den Ton angegeben. Doch viele Flash-Anwendungen haben Sicherheitslücken, Apple verbannte gar Flash von iPhone und iPad. Nun hat Adobe aufgegeben. Flash auf Mobilgeräten ist tot, man setzt auf HTML 5.

          HTML ist der Stoff, aus dem die Web-sites sind. Das Kürzel steht für "Hypertext Markup Language" und bezeichnet eine Seitenbeschreibungssprache. Das klingt langweilig, ist aber spannend. Denn HTML-Seiten mit ihren Texten, Fotos, Videos, Audiodateien und Links sind sozusagen die Grundlage für das World Wide Web. Alles, was der Browser zeigt, ist HTML.

          Der Physiker Tim Berners-Lee konzipierte HTML seit Ende der 1980er Jahre, als er am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf arbeitete und nach einer Methode suchte, die in Fußnoten genannte Literatur direkt anzuzeigen. Deshalb waren die ersten Websites zunächst "textlastig", Bilder kamen erst später hinzu. Und mit der Integration von Videos taten sich die Entwickler und Anbieter im World Wide Web immer etwas schwer. Bis heute benötigt der Browser dafür eingebettete Zusatzsoftware, sogenannte Plug-ins, um das komprimierte Video auf den Bildschirm zu bringen,

          Weil stets drei bis vier unterschiedliche Videoformate im Netz sehr populär sind und nicht jeder Browser jedes Plug-in unterstützt, müssen die Betreiber von Online-Portalen ihre Videos in mehreren unterschiedlichen Formaten vorhalten. Das kostet viel Speicherplatz, und die Konvertierung von einem Format ins andere ist lästig.

          Deshalb war zunächst die Erleichterung groß, als Adobe mit seinem Flash-Videoformat von 2006 an einen Siegeszug antrat und sich als De-facto-Standard zu etablieren schien. Doch Sicherheitslücken und sein "Ressourcenhunger" brachten Flash immer wieder in Misskredit. So wundert Apples Veto gegen Adobe nicht. Medienhäusern und Verlagen beschert das Schwierigkeiten. Einerseits bietet ihnen das iPad neue Wege, um junge Zielgruppen mit den Tablet-Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften zu erreichen. Andererseits ist die Produktion der Medieninhalte für moderne Flachcomputer eine aufwendige Angelegenheit. Derzeit werden die Texte, Fotos und Bewegtbilder für Tablet-Publikationen entweder mehr oder weniger händisch mit zusätzlichen Produktionstools aufbereitet. Oder die Verlage begeben sich in die Abhängigkeit des amerikanischen Softwareherstellers Woodwing, der ein "Crossmedia-Publishing" als Ergänzung zu vorhandenen Redaktionssystemen anbietet. Ein deutscher Mitbewerber in diesem Bereich (das von Neofonie und der 4tiitoo AG entwickelte Redaktionssystem "We-Magazin") scheint zusammen mit seinem gescheiterten Tablet-Computer "We-Tab" in der Bedeutungslosigkeit versunken zu sein.

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